Krieck, Ernst. Prof. Dr. phil. h. c. Erziehungswissenschaftler und Kulturpolitiker.
* 6.7.1882 (Müllheim-)Vögisheim/Baden, † 19.3.1947 Internierungslager Moosburg bei Freising.
Seit 1928 Professor für Pädagogik an der Pädagogischen Akademie in Ffm. In jener Zeit begann K., seine Ansätze in der Vergleichenden Erziehungswissenschaft jenen jungkonservativ-nationalrevolutionären Strömungen anzupassen, wie sie in der Nachfolge des völkisch-nationalistischen Staatstheoretikers Arthur Moeller van den Bruck (1876-1925) und im Umkreis der Bündischen Jugend herrschten. In seiner „Rede am Feuer“ zur Sonnwendfeier 1931 im Taunus beschwor er das „Dritte Reich“ herauf. Daraufhin wurde er nach Dortmund strafversetzt, konnte jedoch unter Papen 1932 an die Pädagogische Akademie in Ffm. zurückkehren. Im selben Jahr war K. dem NS-Lehrerbund beigetreten, weil er hoffte, „durch Umformulierung seines erziehungswissenschaftlichen Ansatzes“ im Sinne nationalpolitisch-völkischer Ideale „seine kulturpolitischen Ziele (...) durchsetzen und zugleich auf die bildungs- und kulturpolitische Willensbildung innerhalb der NSDAP Einfluß nehmen zu können“ (Jürgen Schriewer). Fortan propagierte K. eine nationalsozialistische Erziehungstheorie und Kulturpolitik. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 wurde er Professor für Pädagogik an der Universität Ffm. Im Sommersemester 1933 wurde er Rektor der Universität, der erste nationalsozialistische Rektor in Deutschland. In Ffm. wurde damals eine „Prof. Dr. K.-Stiftung“ zur Errichtung einer nationalsozialistischen Bücherei gegründet. 1934 wurde K. als Professor für Philosophie und Pädagogik nach Heidelberg berufen.
K., dessen Erziehungstheorie zwar Anklang in weiten Kreisen der Lehrenden und Studierenden fand, aber „nicht eigentlich schulebildend“ wirkte (Jürgen Schriewer), legte seine erziehungswissenschaftlichen Prinzipien in zahlreichen Schriften dar, u. a. in dem Buch „Nationalpolitische Erziehung“ (1932), das in den 1930er Jahren das Standardwerk der nationalsozialistischen „Bewegung“ in Erziehungsfragen war.
K., dessen Erziehungstheorie zwar Anklang in weiten Kreisen der Lehrenden und Studierenden fand, aber „nicht eigentlich schulebildend“ wirkte (Jürgen Schriewer), legte seine erziehungswissenschaftlichen Prinzipien in zahlreichen Schriften dar, u. a. in dem Buch „Nationalpolitische Erziehung“ (1932), das in den 1930er Jahren das Standardwerk der nationalsozialistischen „Bewegung“ in Erziehungsfragen war.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 429f., verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Bergmann: Ffter Gelehrten-Hdb. 1930, S. 94f.
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Kosch: Staatshdb., Bd. 2, S. 709.
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Kürschner: Gel. 1940/41, Sp. 1001.
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Jürgen Schriewer in: NDB 13 (1982), S. 36-38.
Literatur:
Bauer: Mitteldt. Kunstgewerbe-Verein in der Zeit d. NS 2016, S. 28.
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Faye, Emmanuel: Eric Voegelins Haltung zum Nationalsozialismus. Überlegungen zum Briefwechsel Krieck-Voegelin (1933-1934). In: Epple u. a. (Hg.): Jüd. Wissenschaftler u. ihre Gegner an der Univ. Ffm. 2016, S. 111-146.
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Hammerstein: JWGU I 1989, bes. S. 244-247.
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Hesse: Päd. Akademien u. Hochschulen f. Lehrerbildung 1995, S. 453-457.
Quellen:
ISG, S2/2. 560.
GND: 118566806 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Krieck, Ernst. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2992.
Stand des Artikels: 7.8.1990