König, Sophie. Opernsängerin und Schauspielerin.
* 4.11.1854 Budapest, † 19.8.1943 Ffm.
Auf Empfehlung von Leopold Sonnemann wurde K. 1881 von Emil Claar für das Ffter Opernhaus engagiert, wo sie zunächst vor allem als Soubrette in Operetten mitwirkte. Ihre lebendige, humorvolle Darstellung mit wienerischem Einschlag machte sie rasch beim Publikum beliebt. Die vielseitige Künstlerin übernahm wohl ab den 1890er Jahren häufiger auch Schauspielrollen und ging 1894 ganz zum Schauspiel über, wo sie zuletzt im Rollenfach der durchtriebenen komischen Alten brillierte. Adolf Stoltze schildert sie als „e lustig Kenigin“ in seinem Gedicht „Betrachdunge einer Gallerie-Stammgästin am Juweldag des Stadttheaters“. K. gehörte mindestens bis zur Spielzeit 1929/30 zu den darstellenden Mitgliedern im Ensemble des Schauspielhauses, bevor sie um 1932 zum Ehrenmitglied der Städtischen Bühnen ernannt wurde.
In der NS-Zeit konnte K., die evangelisch getauft war, ihre jüdische Herkunft zunächst verbergen. Sie lebte unbehelligt in Ffm., anfangs weiterhin in der Unterlindau 76 im Westend, später Unter den Platanen 11 in der Heimatsiedlung in Sachsenhausen, bis die Ffter Behörden und die Gestapo 1943 ihre „nichtarische“ Abstammung registrierten. Daraufhin wurde vom städtischen Personalamt verfügt, K.s Pension zum 1.9.1943 um 37 Prozent zu kürzen, wozu es jedoch nicht mehr kam, weil K. knapp zwei Wochen vor Inkrafttreten dieser Verordnung starb. Zuletzt war die hochbetagte Dame wohl zwangsweise in einer „Gemeinschaftsunterkunft für Juden“ im Hermesweg 7 untergebracht gewesen, wo sich ein Krankenheim der Jüdischen Gemeinde befand, von dem auch Deportationen in die Konzentrationslager ausgingen.
Mitglied des Künstlerstammtischs „Abgeschminkt“.
Auf der Gedenktafel (von Clemens M. Strugalla, 2005) der Städtischen Bühnen für ihre Angehörigen, die der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime zum Opfer fielen, ist auch der Name von Sophie K. genannt.
In der NS-Zeit konnte K., die evangelisch getauft war, ihre jüdische Herkunft zunächst verbergen. Sie lebte unbehelligt in Ffm., anfangs weiterhin in der Unterlindau 76 im Westend, später Unter den Platanen 11 in der Heimatsiedlung in Sachsenhausen, bis die Ffter Behörden und die Gestapo 1943 ihre „nichtarische“ Abstammung registrierten. Daraufhin wurde vom städtischen Personalamt verfügt, K.s Pension zum 1.9.1943 um 37 Prozent zu kürzen, wozu es jedoch nicht mehr kam, weil K. knapp zwei Wochen vor Inkrafttreten dieser Verordnung starb. Zuletzt war die hochbetagte Dame wohl zwangsweise in einer „Gemeinschaftsunterkunft für Juden“ im Hermesweg 7 untergebracht gewesen, wo sich ein Krankenheim der Jüdischen Gemeinde befand, von dem auch Deportationen in die Konzentrationslager ausgingen.
Mitglied des Künstlerstammtischs „Abgeschminkt“.
Auf der Gedenktafel (von Clemens M. Strugalla, 2005) der Städtischen Bühnen für ihre Angehörigen, die der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime zum Opfer fielen, ist auch der Name von Sophie K. genannt.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 410, verfasst von: Sabine Hock (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Sabine Hock).
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Eisenberg, S. 527.
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Kosch: Theater 2 (1960), S. 1049f.
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Martini, Bd. 1, S. 273.
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Über den Vater Siegmund König: Schrotzenberger, S. 135.
Literatur:
Kohut: Berühmte israelit. Männer u. Frauen 2, S. 407.
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Verstummte Stimmen 2011, S. 376f.
Quellen:
ISG, S2/1. 053.
GND: 130213098 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: König, Sophie. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2949.
Stand des Artikels: 10.7.1990