Jordan, Carl Friedrich Wilhelm. Dr. phil. Dichter. Politiker.
* 8.2.1819 Insterburg, † 25.6.1904 Ffm.
Aus ostpreußischer und pommerscher Pfarrerfamilie.
Von 1838 bis 1842 Studium der Theologie und Philosophie in Königsberg. Ab 1842 freier Schriftsteller und Publizist in Leipzig und Bremen. Nach der Februarrevolution 1848 Korrespondent der Bremer Zeitung in Paris. Bereits im April 1848 kehrte J. nach Deutschland zurück, agitierte für die Linke in Berlin und wurde Abgeordneter für den Wahlkreis Freienwalde in der Deutschen Nationalversammlung in der Paulskirche in Ffm. Nachdem er zu den Nationalkonservativen gewechselt war, wurde er 1848/49 Ministerialrat in der Marineabteilung des Reichshandelsministeriums. Von der Bundesversammlung pensioniert, blieb J. in Ffm. und widmete sich bis zu seinem Tod seinen dichterischen Interessen. Er übersetzte Werke der griechischen Klassik und schrieb selbst sehr viel. Am bekanntesten wurde seine Neudichtung des Nibelungen-Epos, die er auf vielen internationalen Vortragsreisen rezitierte. Zur Eröffnung des Ffter Opernhauses am 20.10.1880 verfasste er ein Weihe-Festspiel. J. war zwar populär, doch waren seine Werke schon zu seinen Lebzeiten umstritten. In der Zeit des Nationalsozialismus gab es Rückgriffe auf die mythischen Elemente seiner Dichtung.
Erster Vorsitzender des Ffter Journalisten- und Schriftstellervereins.
Weitere Werke u. a.: „Glocke und Kanone“ (Gedichte, 1841), „Litauische Volkslieder und Sagen“ (1844), „Demiurgos“ (3 Bde., 1852-54), „Shakespeares Gedichte“ (dt. Übersetzung, 1861), „Tragödien des Sophokles“ (dt. Übersetzung, 1862), „Die Sigfriedsage“ (1. Hälfte der Nibelungensage, 1868), „ Das Kunstgesetz Homers und die Rhapsodik“ (1869), „Hildebrants Heimkehr“ (2. Hälfte der Nibelungensage, 1874), „Homers Odyssee“ (dt. Übersetzung mit Erklärungen, 1876), „Andachten“ (1877), Festspiel zur hundertjährigen Feier der Brüder Grimm (1885), „Die Sebalds“ (Roman, 2 Bde., 1885), „Die Edda“ (dt. Übersetzung, 1889), „Liebe, was du lieben darfst“ (Schauspiel, 1897).
Wohnhaus (ab 1853) in der Taunusstraße 20.
Nachlass in der Handschriftenabteilung der UB Ffm.
J.straße in Bockenheim.
Von 1838 bis 1842 Studium der Theologie und Philosophie in Königsberg. Ab 1842 freier Schriftsteller und Publizist in Leipzig und Bremen. Nach der Februarrevolution 1848 Korrespondent der Bremer Zeitung in Paris. Bereits im April 1848 kehrte J. nach Deutschland zurück, agitierte für die Linke in Berlin und wurde Abgeordneter für den Wahlkreis Freienwalde in der Deutschen Nationalversammlung in der Paulskirche in Ffm. Nachdem er zu den Nationalkonservativen gewechselt war, wurde er 1848/49 Ministerialrat in der Marineabteilung des Reichshandelsministeriums. Von der Bundesversammlung pensioniert, blieb J. in Ffm. und widmete sich bis zu seinem Tod seinen dichterischen Interessen. Er übersetzte Werke der griechischen Klassik und schrieb selbst sehr viel. Am bekanntesten wurde seine Neudichtung des Nibelungen-Epos, die er auf vielen internationalen Vortragsreisen rezitierte. Zur Eröffnung des Ffter Opernhauses am 20.10.1880 verfasste er ein Weihe-Festspiel. J. war zwar populär, doch waren seine Werke schon zu seinen Lebzeiten umstritten. In der Zeit des Nationalsozialismus gab es Rückgriffe auf die mythischen Elemente seiner Dichtung.
Erster Vorsitzender des Ffter Journalisten- und Schriftstellervereins.
Weitere Werke u. a.: „Glocke und Kanone“ (Gedichte, 1841), „Litauische Volkslieder und Sagen“ (1844), „Demiurgos“ (3 Bde., 1852-54), „Shakespeares Gedichte“ (dt. Übersetzung, 1861), „Tragödien des Sophokles“ (dt. Übersetzung, 1862), „Die Sigfriedsage“ (1. Hälfte der Nibelungensage, 1868), „ Das Kunstgesetz Homers und die Rhapsodik“ (1869), „Hildebrants Heimkehr“ (2. Hälfte der Nibelungensage, 1874), „Homers Odyssee“ (dt. Übersetzung mit Erklärungen, 1876), „Andachten“ (1877), Festspiel zur hundertjährigen Feier der Brüder Grimm (1885), „Die Sebalds“ (Roman, 2 Bde., 1885), „Die Edda“ (dt. Übersetzung, 1889), „Liebe, was du lieben darfst“ (Schauspiel, 1897).
Wohnhaus (ab 1853) in der Taunusstraße 20.
Nachlass in der Handschriftenabteilung der UB Ffm.
J.straße in Bockenheim.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 374f., verfasst von: Ingrid Röschlau.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Klötzer/Wentzcke: FNV, S. 290.
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Koch: FNV, S. 231f.
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Clifford Albrecht Bernd in: NDB 10 (1974), S. 605f.
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Schäfer: Ffter Dichter, S. 16-27, 475.
Literatur:
Breitkreuz (Hg.): Mit ergebenstem Gruß/Ihr Friedrich Stoltze 2018, S. 271f.
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Claar: Fünfzig Jahre Theater 1926, S. 131.
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Schiffner: Wilhelm Jordan 1889.
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Seng: Freies Deutsches Hochstift 2009, S. 19f., 39, 41, 54, 56, 59, 65.
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Stern: Wilhelm Jordan 1910.
Quellen:
ISG, S2/67.
GND: 118931873 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Röschlau, Ingrid: Jordan, Wilhelm. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2860.
Stand des Artikels: 30.9.1994