„Turnvater Jahn“.
Jahn, Friedrich Ludwig. Dr. h. c. Turner und Burschenschafter. Politiker und Volkskundler.
* 11.8.1778 Lanz/Prignitz, † 15.10.1852 Freyburg/Unstrut.
1815 und 1848 in Ffm. J. nahm 1848 am Vorparlament und 1848/49 an der Nationalversammlung in Ffm. teil (bis April 1849), ohne jedoch besonders hervorzutreten. Der „Turnvater“, der sich im Alter von der zunehmend demokratisch gesinnten Turnerbewegung abwandte, war damals schon als Vertreter eines überkommenen Nationalgedankens aus der Zeit von 1813/15 eine eher umstrittene Persönlichkeit. Er soll im Paulskirchenparlament hauptsächlich durch bizarre Zwischenrufe aufgefallen sein. Als reaktionärer Erbkaiserlicher war er beim Volk wenig beliebt; so wurde er bei der Demolierung der Westendhall am 17.9.1848 von der Menge verfolgt. Seine berühmte, aber nie gehaltene „Schwanenrede“, in der er rückblickend seine Ideale und Ziele darstellte, verfasste J. am 18.9.1848 im Gartenhäuschen seiner Unterkunft in der Allerheiligenstraße 31. Von Ffm. aus unternahm er dann eine Reise zu den Turngemeinden der Umgebung („Rheinreise“).
J.straße in der Innenstadt.
Denkmal (von Andreas Labet [nach anderen Angaben: von Wilhelm Kurz], 1910) auf dem Platz vor der ehemaligen Schule (seit 1910: J.schule; heute Kindertagesstätte) in Fechenheim (kriegszerstört 1944; Bronzetafel des Denkmals erhalten, bis 2013 in der Sporthalle in der Pfortenstraße in Fechenheim, seitdem im Besitz des Heimat- und Geschichtsvereins Fechenheim); auf dem Platz an der Stelle des Denkmals in der Straße Alt-Fechenheim 112 erinnert seit 2014 eine bronzene Bodenplatte (Entwurf: Hermann Altpaß, Guss: Gießerei Noack, Leipzig) an J. und sein Wirken in Fechenheim. Gedenkstein (von Johannes Crohn, 1953) auf dem Lohrberg (als Ersatz für das frühere Denkmal in Fechenheim anlässlich des 3. Lohrbergfests 1953 angeregt und eingeweiht von Oberbürgermeister Walter Kolb). Sandsteinrelief mit einem Porträt J.s (von Fritz Baumann, um 1904), ursprünglich an der alten Turnhalle in Bergen-Enkheim, nach deren Abriss seit 1976 an der Einfahrt zum Sportzentrum des Turnvereins (TV) 1874 Bergen-Enkheim am Landgraben. Beide Gedenksteine sollen auch an J.s Rede vor Hunderten von Turnern an der nahegelegenen Berger Warte am 4.6.1848 erinnern.
J.straße in der Innenstadt.
Denkmal (von Andreas Labet [nach anderen Angaben: von Wilhelm Kurz], 1910) auf dem Platz vor der ehemaligen Schule (seit 1910: J.schule; heute Kindertagesstätte) in Fechenheim (kriegszerstört 1944; Bronzetafel des Denkmals erhalten, bis 2013 in der Sporthalle in der Pfortenstraße in Fechenheim, seitdem im Besitz des Heimat- und Geschichtsvereins Fechenheim); auf dem Platz an der Stelle des Denkmals in der Straße Alt-Fechenheim 112 erinnert seit 2014 eine bronzene Bodenplatte (Entwurf: Hermann Altpaß, Guss: Gießerei Noack, Leipzig) an J. und sein Wirken in Fechenheim. Gedenkstein (von Johannes Crohn, 1953) auf dem Lohrberg (als Ersatz für das frühere Denkmal in Fechenheim anlässlich des 3. Lohrbergfests 1953 angeregt und eingeweiht von Oberbürgermeister Walter Kolb). Sandsteinrelief mit einem Porträt J.s (von Fritz Baumann, um 1904), ursprünglich an der alten Turnhalle in Bergen-Enkheim, nach deren Abriss seit 1976 an der Einfahrt zum Sportzentrum des Turnvereins (TV) 1874 Bergen-Enkheim am Landgraben. Beide Gedenksteine sollen auch an J.s Rede vor Hunderten von Turnern an der nahegelegenen Berger Warte am 4.6.1848 erinnern.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 370, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Angerstein in: ADB 13 (1881), S. 662-664.
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Klötzer/Wentzcke: FNV, S. 289.
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Horst Ueberhorst in: NDB 10 (1974), S. 301-303.
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Schrotzenberger, S. 117.
Literatur:
FS TSG Fechenheim 2010, S. 12-14, 27, 85-87.
Quellen:
ISG, S2/321.
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ISG, S3/16. 903 (Jahn-Denkmal).
Internet:
Kunst im öffentl. Raum Fft., 21.2.2024.
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Wikipedia, 21.2.2024.
GND: 118556622 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Jahn, Friedrich Ludwig. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2845.
Stand des Artikels: 21.4.1990