Vorstandssprecher der Deutschen Bank von 1985 bis zu seiner Ermordung 1989.
Alfred Herrhausen
Foto: J. H. Darchinger.
© Deutsche Bank, Ffm.
Herrhausen, Alfred. Dr. rer. pol. Bankier.
* 30.1.1930 Essen, † † 30.11.1989 Bad Homburg (ermordet).
Der Sohn eines Vermessungsingenieurs absolvierte ein wirtschaftswissenschaftliches Studium, nachdem sich sein Wunsch, Philosophie zu studieren, zerschlagen hatte. 1955 Promotion. 1956 Handlungsbevollmächtigter, 1967 Vorstandsmitglied der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen (VEW). Seit 1970 stellvertretendes, seit 1972 ordentliches Vorstandsmitglied der Deutschen Bank. 1985 wurde H. zum Vorstandssprecher der Deutschen Bank gewählt. Auf dem Weg mit dem Dienstwagen von seiner Privatwohnung in Bad Homburg nach Ffm. fiel H. am 30.11.1989 einem Sprengstoffattentat zum Opfer. Zu dem Verbrechen bekannte sich die „Rote Armee Fraktion“ (RAF). Die Täter wurden nicht gefasst.
H. verkörperte nach seiner Stellung, seinen Mandaten und hochrangigen politischen Verbindungen, aber auch nach seinem Erscheinungsbild und Auftreten die Vorstellung von Macht und Einfluss. Gleichzeitig erfreute sich kaum eine Persönlichkeit, innerhalb und außerhalb der Bundesrepublik, einer solchen Reputation wie H. Als Vordenker scheute er sich nicht, brisante Themen des Geldgeschäfts in Referaten wie „Macht der Banken“ immer wieder zu diskutieren.
Gedenkstätte mit drei Basaltstelen (von Friedrich Meyer, 1996) am Ort des Attentats im Seedammweg in Bad Homburg.
Im Sinne von H.s Wirken wurden zwei von der Deutschen Bank getragene Institutionen gegründet, die nach ihm benannt sind: Die schon 1987 errichtete „Stiftung Alfred H. – Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützt sozial schwache Bevölkerungsgruppen; die „Alfred H. Gesellschaft für internationalen Dialog“ entstand 1992 mit dem Ziel, konstruktive Beiträge zu gesellschaftlichen Entwicklungen zu erarbeiten.
Alfred-H.-Allee (im Bereich des Technischen Zentrums der Deutschen Bank) in Eschborn unmittelbar an der Stadtgrenze zu Ffm.
H. verkörperte nach seiner Stellung, seinen Mandaten und hochrangigen politischen Verbindungen, aber auch nach seinem Erscheinungsbild und Auftreten die Vorstellung von Macht und Einfluss. Gleichzeitig erfreute sich kaum eine Persönlichkeit, innerhalb und außerhalb der Bundesrepublik, einer solchen Reputation wie H. Als Vordenker scheute er sich nicht, brisante Themen des Geldgeschäfts in Referaten wie „Macht der Banken“ immer wieder zu diskutieren.
Gedenkstätte mit drei Basaltstelen (von Friedrich Meyer, 1996) am Ort des Attentats im Seedammweg in Bad Homburg.
Im Sinne von H.s Wirken wurden zwei von der Deutschen Bank getragene Institutionen gegründet, die nach ihm benannt sind: Die schon 1987 errichtete „Stiftung Alfred H. – Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützt sozial schwache Bevölkerungsgruppen; die „Alfred H. Gesellschaft für internationalen Dialog“ entstand 1992 mit dem Ziel, konstruktive Beiträge zu gesellschaftlichen Entwicklungen zu erarbeiten.
Alfred-H.-Allee (im Bereich des Technischen Zentrums der Deutschen Bank) in Eschborn unmittelbar an der Stadtgrenze zu Ffm.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 321f., verfasst von: Reinhard Frost (redigierte Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon).
Lexika:
Friederike Sattler in: NDB -online, veröffentlicht am 1. 3. 2022, zuletzt geändert am 23. 5. 2022 (URL: https://www. deutsche-biographie. de/118927523. html#dbocontent).
Literatur:
Herrhausen: Denken – Ordnen – Gestalten 1990.
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Platthaus: Alfred Herrhausen 2006.
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Dieter Balkhausen in: Pohl (Hg.): Bankiers 2008, S. 211-226.
|
Veiel: Black Box BRD 2002.
Quellen:
ISG, S2/13. 535.
Internet:
Hist. Ges. d. Dt. Bank, 13.1.2023.
GND: 118927523 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Herrhausen, Alfred. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2568.
Stand des Artikels: 21.7.2014
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 08.2014
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. August 2014.