Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie.
Heister, Lorenz. Prof. Dr. med. Anatom und Chirurg.
~ 20.9.1683 Ffm., † 18.4.1758 Helmstedt.
Nachdem er das Ffter Gymnasium absolviert hatte, ging H. 1702 zum Studium der Medizin zunächst nach Gießen. Bei einem Besuch in Ffm. 1706 erlebte der Student, der seine Ausbildung in Leyden fortsetzen wollte, den „Doktor“ Eisenbart, der im Gasthaus „Zur Stadt Darmstadt“, H.s Elternhaus, logierte und anlässlich der Messe seine ärztliche und chirurgische Kunst feilbot (vgl. H.s Schilderung in „Medizinische, chirurgische und anatomische Erfahrungen“, 1753/70). H., seit 1710 Professor an der Universität Altdorf, seit 1720 an der Universität Helmstedt, gilt als Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie und erlangte Weltgeltung durch sein Hauptwerk „Chirurgie, in welcher alles, was zur Wundarznei gehört, nach der neuesten und besten Art abgehandelt“ (erstmals 1718; später auch u. d. T. „Institutiones chirurgicae“, übersetzt in alle europäischen Sprachen).
An H.s Ffter Elternhaus, dem Gasthof „Zur Stadt Darmstadt“ (bis 1685: Haus zum Dannenbaum) in der Großen Fischergasse 12 (zerstört im Zweiten Weltkrieg), wurde 1869 eine Gedenktafel für den bedeutenden Mediziner angebracht. Man hielt den Gasthof damals für H.s Geburtshaus, doch tatsächlich erwarb der Vater Johann Henrich H., bisher Gastwirt und Holzhändler in Sachsenhausen, dieses Haus erst 1685.
H.straße in Sachsenhausen.
An H.s Ffter Elternhaus, dem Gasthof „Zur Stadt Darmstadt“ (bis 1685: Haus zum Dannenbaum) in der Großen Fischergasse 12 (zerstört im Zweiten Weltkrieg), wurde 1869 eine Gedenktafel für den bedeutenden Mediziner angebracht. Man hielt den Gasthof damals für H.s Geburtshaus, doch tatsächlich erwarb der Vater Johann Henrich H., bisher Gastwirt und Holzhändler in Sachsenhausen, dieses Haus erst 1685.
H.straße in Sachsenhausen.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 313f., verfasst von: Sabine Hock.
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Lexika:
Ernst Gurlt in: ADB 11 (1880), S. 672-676.
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Kallmorgen, S. 294.
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Georg B. Gruber in: NDB 8 (1969), S. 458f.
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Schrotzenberger, S. 105.
Literatur:
Heyden, Eduard: Lorenz Heister, geb. im Jahr 1683 zu Fft., gest. 1758 zu Helmstädt. In: AFGK NF 3 (1865), S. 522-533.
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Horne: Denkmäler 1904, S. 43.
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Klötzer: Zu Gast im alten Fft. 1990, S. 54.
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Sander (Hg.): Die Welt im Bildnis 2020, S. 165-167.
Quellen:
ISG, S2/1. 225.
GND: 118800310 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Heister, Lorenz. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2543.
Stand des Artikels: 13.8.1991