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Hartwig, Josef

Hartwig, Josef Xaver. Bildhauer. * 19.3.1880 München, † 13.11.1955 Ffm.
Seine erste Arbeit für Ffm. schuf H., als er noch in Berlin (seit 1910) lebte: eine Christusfigur für das Grabmal Kremski auf dem Hauptfriedhof (nach einem Entwurf von Hermann Joachim Pagels, 1913; Gewann V 1). 1925 kam H., der inzwischen (seit 1921) am Bauhaus in Weimar gewirkt hatte, als Leiter der Werkstätte für Holz- und Steinbildnerei an die städtische Kunstgewerbeschule (seit 1934: Städelschule, seit 1942 als Staatliche Hochschule für Bildende Künste) nach Ffm. Hier baute er zusammen mit dem ebenfalls 1925 neu verpflichteten Abteilungsleiter Richard Scheibe die Bildhauerklasse auf und gab den Fachunterricht (Bildhauerei, Geometrie, konstruktives Zeichnen, Perspektive und Schrift; bis 1945). Zudem war H. in Verbindung mit dem Hochbauamt zwischen 1925 und 1931 mit Reformen und Neuerungen in der Friedhofsgestaltung und Grabmalkunst befasst; er lieferte nicht nur Entwürfe zur Neugestaltung von Gräbern und Friedhofsteilen, sondern entwarf auch neuartige Steinschriften und hielt entsprechende Weiterbildungskurse für die Steinmetze in der Grabmalindustrie ab. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde H. am 30.6.1933 und erneut im Februar 1934 an der Kunstgewerbeschule gekündigt; beide Kündigungen wurden zurückgezogen. H. blieb an der aus der Kunstgewerbeschule hevorgegangenen Handwerkerschule bzw. (ab 1934) Städelschule tätig. Zum 1.5.1937 trat er in die NSDAP ein, nach eigenen späteren Angaben, weil er sich dadurch seine Anstellung an der Städelschule habe sichern wollen, die er tatsächlich bis 1945 behielt. Seit 1937/38 war H. nebenamtlich mit der Pflege, Erhaltung und Wiederherstellung der Städtischen Skulpturensammlung im Liebieghaus sowie im Auftrag Wolters’ mit wichtigen Restaurierungen von Bildwerken der Städtischen Galerie betraut. Von 1945 bis ca. 1952 leitete er die Restaurierungswerkstatt im Liebieghaus für die Städtische Galerie und Skulpturensammlung sowie alle Ffter Museen. Seinerzeit wurde H. als „der beste Restaurator und Bildhauer Deutschlands“ sowie als begabter Lehrmeister gerühmt. Zahlreiche Ausstellungen, u. a. in München, Weimar und Ffm.
Weitere Werke in Ffm.: Gestaltung des Altarraums in der Gustav-Adolf-Kirche in Niederursel (1928), Kruzifix im Lichtturm der Heilig-Geist-Kirche im Riederwald (1930/31), Figuren für ein Marionettenspiel des Seminars für Sprecherziehung der Ffter Universität (1932) u. a. Im Auftrag seines Freundes Georg Hartmann, dessen bedeutende Kunstsammlung H. restaurierte und pflegte, gestaltete er für die EMDA elektromedizinische und dentale Apparate.
Fachveröffentlichungen zur praktischen Bildhauerei („Techniken der Bildhauerei“, Privatdruck, 1940), zur Friedhofskunst und gemeißelten Schrift, zum Bau von Sonnenuhren und zur Neuformung von Schachfiguren (vgl. H.s Entwurf des Bauhaus-Schachspiels).
Verfasser von Erinnerungen („Leben und Meinungen des Bildhauers Josef Hartwig“, 1955).

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 304, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Denkmaltop. Hauptfriedhof, S. 412.
Erche, Bettina: Der Ffter Hauptfriedhof. Hg. v. Ffter Denkmalforum, den Freunden Fft.s [u.] der Müller-Klein-Rogge-Stiftung. Supplementband zur Denkmaltopographie Stadt Ffm. Hg. v. Denkmalamt der Stadt Ffm. in Zusammenarb. m. d. Landesamt für Denkmalpflege in Hessen. Ffm. [Copyright 1999]. (Beiträge zum Denkmalschutz in Ffm., Bd. 11; / Teil der Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland).
| Vollmer 2 (1955), S. 384.
Vollmer, Hans: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. 6 Bde. Leipzig 1953-62.
Literatur: Ulrike May in: AFGK 75 (2016): Akteure des Neuen Fft., S. 114f.
Archiv für Fft.s Geschichte und Kunst. Bisher 78 Bde. Ffm. 1839-2019.
| Ffter Bildhauerei 2006, S. 25-28.
Von Köpfen und Körpern. Ffter Bildhauerei aus dem Städel. Katalog zur Ausstellung im Museum Giersch. Ffm. 2006.
| Hansert: Georg Hartmann 2009, S. 76, 203, 216f.
Hansert, Andreas: Georg Hartmann (1870-1954). Biografie eines Ffter Schriftgießers, Bibliophilen und Kunstmäzens. Wien/Köln/Weimar 2009.
| Hartwig: Leben u. Meinungen 1955.
Hartwig, Josef: Leben und Meinungen des Bildhauers Josef Hartwig. Ffm. 1955.
| Klemp u. a.: Moderne am Main 2019, S. 104f., 107, 152-154, 297.
Klemp, Klaus/Sellmann, Annika/Wagner K, Matthias/Weber, Grit: Moderne am Main 1919-1933. Stuttgart/Ffm. [2019].
| Klemp/Wagner K (Hg.): Alles neu! 2016, S. 146-148.
Klemp, Klaus/Wagner K, Matthias (Hg.): Alles neu! 100 Jahre Neue Typografie und Neue Grafik in Ffm. Stuttgart [Copyright 2016].
| Risse: Frühe Moderne 1984, S. 183, 200f.
Risse, Heike: Frühe Moderne in Ffm. 1920-1933. Architektur der zwanziger Jahre in Ffm. Traditionalismus – Expressionismus – Neue Sachlichkeit. Ffm. 1984. (Ffm. – Beiträge zur Stadtentwicklung).
Quellen: Adr. 1926, T. IV, S. 31.
Adressbuch der Stadt Ffm., 1832-2003.
| ISG, Kulturamt.
ISG, Aktenbestand des Kulturamts (Best. A.41), 1912-2004.
| ISG, MA.
ISG, Magistratsakten (Best. A.02.01), Serien 1868-1930 und 1930-69.
| ISG, Nullkartei.
ISG, Einwohnermeldekartei („Nullkartei“), ca. 1870-1930.
| ISG, PA.
ISG, Personalakten der Stadtverwaltung (Best. A.11.02), ab ca. 1900.
| ISG, S2/3. 666.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).
| ISG, S3/2. 900 (Heilig-Geist-Kirche im Riederwald).
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S3 (mit Kleinschriften, bes. Zeitungsausschnitten, zur Ortsgeschichte).

GND: 118701878 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Hartwig, Josef. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2501.


Stand des Artikels: 21.8.1989

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