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Gutzkow, Karl

Gutzkow, Karl (eigentl.: Carl) Ferdinand. Dr. phil. Schriftsteller. * 17.3.1811 Berlin, † 16.12.1878 Ffm.
Verheiratet in erster Ehe (seit 1836) mit Susanna Maria Amalie G., geb. Klönne (1817-1848), in zweiter Ehe (seit 1849) mit Bertha Johanna Charlotte G., geb. Meidinger (1829-1909), einer Cousine seiner verstorbenen ersten Frau. Beide Ehefrauen stammten aus Ffm., und beide Ehen wurden in Ffm. geschlossen. Drei Söhne aus erster Ehe, drei Töchter aus zweiter Ehe.
G., Sohn eines „gehobenen Pferdeknechts“, bekam zufällig Kontakt zu wohlhabender Familie. Daraus folgten Gymnasiumbesuch (1821-29) und Studium der Theologie, Philosophie und Philologie in Berlin (1829-31). Von 1831 bis 1834 Mitarbeiter des von ihm verehrten Literaturkritikers Wolfgang Menzel (1798-1873) an dessen „Literatur-Blatt“ zum „Morgenblatt für gebildete Stände“ u. a. Zeitschriften. 1832 Promotion in Jena. 1832/33 Jurastudium in Heidelberg und München. G.s Ruhelosigkeit führte ihn in alle Landesteile Deutschlands und zu Kontakten mit zahlreichen Persönlichkeiten seiner Zeit. G. wurde zum Wortführer des „Jungen Deutschlands“.
Bei seinem ersten langen Aufenthalt in Ffm. ab Ende 1834 gab G. das „Literatur-Blatt“ als Beilage zu Eduard Dullers „Phönix. Frühlings-Zeitung für Deutschland“ heraus, das von Januar bis August 1835 erschien. Darin wurde auch Georg Büchners „Danton’s Tod“ als Erstdruck veröffentlicht (26.3.-7.4.1835). G. erkannte als erster das Genie Büchners und erwarb sich herausragende Verdienste um dessen Werk, auch wenn er die Texte zur Rettung vor der Zensur stark überarbeitete. Mit gezielten und allgemeinen literarischen Angriffen, auch gegen seinen früheren Mentor Wolfgang Menzel, verschaffte sich G. viele Feinde. Besonders sein Roman „Wally, die Zweiflerin“ (1835) rief wegen als unschicklich empfundener erotischer Beschreibungen Empörung hervor. Menzel startete eine öffentliche Kampagne gegen seinen Widersacher G., in deren Verlauf der Roman am 24.9.1835 verboten wurde. 1835/36 verbüßte G. zehn Wochen Haft in Mannheim wegen Gotteslästerung und Verbreitung unzüchtiger Schriften.
Von September bis Dezember 1836 [nach anderen Angaben: Januar 1837] wirkte G. an der Herausgabe der „Ffter Börsen-Zeitung“ mit, ohne dass sein Name genannt werden durfte. Ab Januar 1837 gab er den „Ffter Telegraph“ heraus, der jedoch offiziell von Eduard Beurmann redigiert wurde. Nach der Übernahme des „Telegraphen“ durch Hoffmann und Campe wechselte G. im November 1837 nach Hamburg, wo er das Blatt, nun unter dem Titel „Telegraph für Deutschland“, bis Ende 1843 herausgab. Im Sommer 1839 hielt sich G. erneut in Ffm. auf, um Material für seine Börne-Biographie zu sammeln und die Aufführung seines ersten Theaterstücks vorzubereiten. Die erfolgreiche Uraufführung des Trauerspiels „Richard Savage“ am 15.7.1839 in Ffm. brachte ihm den Durchbruch als Dramatiker.
In den Vierzigerjahren weilte G. häufiger in Ffm. Hier gab er 1845 seine Gesammelten Werke in zwölf Bänden heraus und schrieb zu Goethes 100. Geburtstag das Bühnenstück „Der Königsleutnant“ (über Thoranc im Hause Goethe, 1849). Zunehmende Konflikte mit Kollegen führten zu Isolierung, eine schwere psychische Erkrankung 1865 zu einem Suizidversuch. Von 1866 bis 1869 lebte der Schriftsteller in (Hanau-)Kesselstadt. Im Herbst 1877 zog G. endgültig nach Ffm., wo er in der Gartenstraße 14/Ecke Stegstraße in Sachsenhausen wohnte. Dort starb G. bei einem Zimmerbrand.
G.s letztes Wohnhaus mit einer dort angebrachten Gedenktafel (vermutlich mit einem Porträtrelief nach einer Vorlage von August Weger, enthüllt 1898) wurde im Zweiten Weltkrieg 1944 zerstört. Am Neubau Oppenheimer Straße 50/Ecke Stegstraße, der etwa an der Stelle des ursprünglichen Hauses entstand, wurde mit einer Bronzeplakette (von Georg Krämer, 1960) an G. erinnert; die Gedenktafel ist seit einer Fassadenrenovierung um 1990 nicht mehr vor Ort vorhanden.
Grabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann D 272a). Das Grabmal wurde wahrscheinlich von Gustav Kaupert entworfen, wobei das marmorne Porträtmedaillon G.s auf dem Grabstein nach anderen Angaben auf Ernst Rietschel zurückgehen soll.
Nachlass in der Handschriftenabteilung der UB Ffm.
Seit 1879 G.straße in Sachsenhausen.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 290f., verfasst von: Jürgen Engelhardt (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Sabine Hock).
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Johannes Proelß in: ADB 10 (1879), S. 227-236.
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Literatur: Belli-Gontard: Briefe 1879, S. 29-34.
Belli-Gontard, Marie: Interessante Briefe verstorbener Personen. Ffm. 1879.
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Belli-Gontard, Marie: Lebens-Erinnerungen. Ffm. 1872.
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| Boehncke/Sarkowicz: Literaturland Hessen 2005, S. 43, 163, 181, 186, 302.
Boehncke, Heiner/Sarkowicz, Hans: Literaturland Hessen. Ffm. 2005. Erw. Neuaufl. Wiesbaden 2015.
| Bing, Anton: Gutzkow und seine dramatischen Werke in Ffm. In: Die Mainbrücke 4 (1911), Nr. 11.
Die Mainbrücke. Wochenschrift für Politik und Volkswirtschaft. [Untertitel auch: Ffter Wochenblatt; Nationalliberales Wochenblatt.] 13 Jahrgänge. Ffm. 1908-20.
| Heckmann (Hg.): Ffter Lesebuch 1985, S. 127, 151, 158, 162.
Heckmann, Herbert (Hg.): Ffter Lesebuch. Literarische Streifzüge durch Fft. von der Zeit der Gründung bis 1933. Ffm. 1985.
| Horne: Denkmäler 1904, S. 43.
Horne, Anton: Die wichtigsten öffentlichen Denkmäler von Ffm. Ein Beitrag zu ihrer Kenntnis für jung und alt. Ffm./Leipzig 1904.
| Houben: Karl Gutzkow 1908.
Houben, Heinrich Hubert: Karl Gutzkows Leben und Schaffen. Leipzig 1908.
| Fetscher, Iring: Vom Schmuggelhandel der Freiheit. Karl Gutzkow. In: Sarkowicz (Hg.): Die großen Ffter 1994, S. 172-182; vgl. auch S. 274.
Sarkowicz, Hans (Hg.): Die großen Ffter. Nach einer Sendereihe des Hessischen Rundfunks. 2. Aufl. Ffm./Leipzig 1994.
Quellen: Adr. 1878, S. 162.
Adressbuch der Stadt Ffm., 1832-2003.
| Häussler, Bernd: Vielschreiber und Verfechter neuzeitlicher Ideen. Karl Gutzkow, vor 175 Jahren geboren, starb in Sachsenhausen an einem Zimmerbrand. In: FAZ, 15. 3. 1986.
Ffter Allgemeine Zeitung. Ffm. 1949-heute.
| Ffter Dichterstätten. Wo W. Jordan und Gutzkow wohnten. In: FGA, Nr. 11, 1927.
Ffter General-Anzeiger. Titel auch: Ffter Anzeiger, General-Anzeiger der Stadt Ffm. Ffm. 1876-1943.
| -g-: Karl Gutzkows Durchbruch. Uraufführung vor 125 Jahren: „Richard Savage“. In: FNP, 14. 7. 1964.
Ffter Neue Presse. Ffm. 1946-heute.
| Schreiber, Jürgen: Am 16. Dezember vor 100 Jahren starb in Fft. der Schriftsteller Karl Gutzkow. Ein Freigeist im Gehege der Späher und Zuträger. (...). In: FR, 12. 12. 1978.
Ffter Rundschau. Ffm. 1945-heute.
| ISG, Nullkartei.
ISG, Einwohnermeldekartei („Nullkartei“), ca. 1870-1930.
| ISG, S2/380.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).
| Vor 175 Jahren wurde Karl Gutzkow geboren. In: PIA d. Stadt Ffm., Wochendienst, Nr. 10/1986.
Presse- und Informationsamt (PIA; zwischen 2017 und Sept. 2023: Hauptamt und Stadtmarketing, Abt. Presse) der Stadt Ffm. (Hg.): Pressedienste (Tages- und Wochendienst), dann Service PRESSE.INFO und später Pressenewsletter.
| Hock, Sabine: Dichter des „Jungen Deutschlands“. Vor 200 Jahren wurde der Schriftsteller Karl Gutzkow geboren. In: PIA d. Stadt Ffm., Service PRESSE. INFO, Feature vom 3. 3. 2011.
Presse- und Informationsamt (PIA; zwischen 2017 und Sept. 2023: Hauptamt und Stadtmarketing, Abt. Presse) der Stadt Ffm. (Hg.): Pressedienste (Tages- und Wochendienst), dann Service PRESSE.INFO und später Pressenewsletter.
Internet: Karl Gutzkow Editionsprojekt, 18.10.2023.
Karl Gutzkow Editionsprojekt, Hg.: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle/Saale.
https://gutzkow.de/
| Wikipedia, 18.10.2023.
Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, Hg.: Wikimedia Foundation Inc., San Francisco/Kalifornien (USA).
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Gutzkow

GND: 118543830 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

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Empfohlene Zitierweise: Engelhardt, Jürgen/Hock, Sabine: Gutzkow, Karl. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2461.


Stand des Artikels: 30.9.1994

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