Anselm (von) Feuerbach
Lithografie nach dem Gemälde von Johann Lorenz Kreul.
© Stadtarchiv Ansbach.
Feuerbach, Paul Johann Anselm (bayerischer Transmissionsadel als königlicher Zivil-Verdienst-Orden seit 1808: Ritter von). Königlich Bayerischer Wirklicher Staatsrat. Prof. Dr. phil. Dr. jur. Jurist.
* 14.11.1775 Hainichen bei Jena, † 29.5.1833 Ffm.
Schon der Urgroßvater Johann Philipp F. (1696-1729) und der Großvater Johann Wilhelm Philipp F. (1721-1789) waren als Juristen in Ffm. tätig.
Aufgewachsen in Ffm., nachdem auch der Vater Johann Anselm F. (1755-1827) sich als Advokat hier niedergelassen hatte. Seit 1784 Schüler des Ffter Gymnasiums. F. floh wegen Familienstreitigkeiten 1792 aus Ffm. zu den Verwandten seitens seiner Mutter nach Jena, wo er an der Universität sowohl Philosophie als auch Jura studierte und in beiden Fächern promovierte. Von 1799 bis 1802 Dozentur in Jena; zugleich 1801 außerordentlicher Beisitzer des Schöppenstuhls. Von 1802 bis 1803 Professor in Kiel. Dann Wechsel an die Universität Landshut als Wirklicher Hofrat und Professor des Zivil- und Kriminalrechts. Seit Dezember 1805 außerordentlicher Geheimer Referendar im Ministerial-Justiz- und Polizei-Departement in München. Ab 1814 Zweiter Präsident des Appellationsgerichts in Bamberg. Schließlich ab 1817 bis ans Lebensende Präsident des Appellationsgerichts in Ansbach. Begründer der neueren Strafrechtsdogmatik und der Kriminalpsychologie. Schöpfer des Bayerischen Strafgesetzbuchs von 1813, das zum Vorbild für die Strafgesetzgebung im 19. Jahrhundert wurde. Bekannt auch durch sein Eintreten für den Findling Kaspar Hauser (vgl. seine Schrift „Kaspar Hauser. Beispiel eines Verbrechens am Seelenleben des Menschen“, 1832).
F. starb während eines Besuchs bei seiner in Ffm. verheirateten Schwester Rebekka Magdalena Ruhland, geb. F. (1782-1849), und wurde seinem Wunsch gemäß auf dem Ffter Hauptfriedhof beigesetzt. Das Gerücht, er sei wegen seiner Nachforschungen über Kaspar Hauser vergiftet worden, trifft nicht zu.
Zahlreiche weitere juristische und kriminologische Fachveröffentlichungen.
Vater des Religionsphilosophen Ludwig Andreas F. (1804-1872). Großvater des Malers Anselm F. (1829-1880).
Der Sohn Ludwig F. veröffentlichte eine Biographie F.s nach dessen „ungedruckten Briefen und Tagebüchern, Vorträgen und Denkschriften“ (2 Bände, 1852).
F.s Grab auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann C an der Mauer 105) wird seit einigen Jahren von der Ludwig-F.-Gesellschaft in Nürnberg gepflegt.
F.straße im Westend.
Aufgewachsen in Ffm., nachdem auch der Vater Johann Anselm F. (1755-1827) sich als Advokat hier niedergelassen hatte. Seit 1784 Schüler des Ffter Gymnasiums. F. floh wegen Familienstreitigkeiten 1792 aus Ffm. zu den Verwandten seitens seiner Mutter nach Jena, wo er an der Universität sowohl Philosophie als auch Jura studierte und in beiden Fächern promovierte. Von 1799 bis 1802 Dozentur in Jena; zugleich 1801 außerordentlicher Beisitzer des Schöppenstuhls. Von 1802 bis 1803 Professor in Kiel. Dann Wechsel an die Universität Landshut als Wirklicher Hofrat und Professor des Zivil- und Kriminalrechts. Seit Dezember 1805 außerordentlicher Geheimer Referendar im Ministerial-Justiz- und Polizei-Departement in München. Ab 1814 Zweiter Präsident des Appellationsgerichts in Bamberg. Schließlich ab 1817 bis ans Lebensende Präsident des Appellationsgerichts in Ansbach. Begründer der neueren Strafrechtsdogmatik und der Kriminalpsychologie. Schöpfer des Bayerischen Strafgesetzbuchs von 1813, das zum Vorbild für die Strafgesetzgebung im 19. Jahrhundert wurde. Bekannt auch durch sein Eintreten für den Findling Kaspar Hauser (vgl. seine Schrift „Kaspar Hauser. Beispiel eines Verbrechens am Seelenleben des Menschen“, 1832).
F. starb während eines Besuchs bei seiner in Ffm. verheirateten Schwester Rebekka Magdalena Ruhland, geb. F. (1782-1849), und wurde seinem Wunsch gemäß auf dem Ffter Hauptfriedhof beigesetzt. Das Gerücht, er sei wegen seiner Nachforschungen über Kaspar Hauser vergiftet worden, trifft nicht zu.
Zahlreiche weitere juristische und kriminologische Fachveröffentlichungen.
Vater des Religionsphilosophen Ludwig Andreas F. (1804-1872). Großvater des Malers Anselm F. (1829-1880).
Der Sohn Ludwig F. veröffentlichte eine Biographie F.s nach dessen „ungedruckten Briefen und Tagebüchern, Vorträgen und Denkschriften“ (2 Bände, 1852).
F.s Grab auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann C an der Mauer 105) wird seit einigen Jahren von der Ludwig-F.-Gesellschaft in Nürnberg gepflegt.
F.straße im Westend.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 201, verfasst von: Sabine Hock (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Alfred Kröner).
Lexika:
Heinrich Marquardsen in: ADB 6 (1877), S. 731-745.
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Heyden, S. 178-186.
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Friedrich Merzbacher in: NDB 5 (1961), S. 110f.
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Richel, S. 145.
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Schrotzenberger, S. 66.
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Wahlig: Straßennamen, S. 46.
Literatur:
Berger/Setzepfandt: 102 Unorte 2012, S. 96f.
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Kröner: Paul Johann Anselm u. Ludwig Andreas Feuerbach 2007.
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Radbruch: Feuerbach 1997.
Quellen:
ISG, S2/2. 509.
Internet:
Hess. Biografie, 22.1.2016.
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Wikipedia, 22.1.2016.
GND: 118532766 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine/Kröner, Alfred: Feuerbach, Anselm (von). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2170.
Stand des Artikels: 3.2.2016
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 02.2016
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Februar 2016.