Dietenberger, Johannes. Prof. Dr. theol. Dominikaner. Kontroverstheologe.
* um 1475 Ffm., † 4.9.1537 Mainz.
Sohn eines aus Diedenbergen (bei Hofheim am Taunus) nach Ffm. eingewanderten Küfers.
1497 Eintritt in den Ffter Dominikanerkonvent. 1510/11 dessen Prior. Von 1511 bis 1515 Studium in Köln, Heidelberg und Mainz. 1514 Lektor im Ffter Heimatkonvent. 1514 Lizentiat und 1515 Doktor der Theologie an der Universität Mainz. 1516/17 erneut Prior in Ffm. Danach 1517 Regens in Trier. 1519/20 Prior in Koblenz. Von 1520 bis 1526 Prior in Ffm. Wegen der Zunftunruhen von 1525 abermals Wechsel nach Koblenz, wo er von 1527 bis 1529 als Prior amtierte. In Koblenz unterhielt D. rege Kontakte zum Trierer Erzbischof Richard von Greiffenklau (1467-1531) und dessen Nachfolger Johann von Metzenhausen (1492-1540), den er als theologischer Berater 1530 zum Reichstag nach Augsburg begleitete. Dort erstellte D. ein Gutachten über die Confessio Augustana und war Mitverfasser der Confutatio zur Widerlegung des Augsburger Bekenntnisses (3.8.1530). Rückkehr als Prior nach Koblenz, bis er 1532 zum Professor der Theologie an die Universität Mainz berufen wurde.
D. war neben seinem Freund Johannes Cochläus der eifrigste Gegner der Reformation in Ffm. Er verteidigte den alten Glauben in mehreren deutschen und lateinischen Schriften, die auf Veranlassung von Cochläus gedruckt wurden, u. a. „Fragstück an alle Christgläubigen“, das er nach der Selbstauflösung des Barfüßerkonvents 1530 dem Ffter Rat widmete, und „Phimostomus Scripturariorum“ („Maulkorb für Schriftlinge“, 1532).
D.s Hauptwerk ist eine vollständige Bibelübersetzung, die er als katholisches Gegenstück zur Übersetzung Luthers 1534 veröffentlichte. In enger Anlehnung an Luthers Fassung wollte er diejenigen Passagen berichtigen, die der katholischen Tradition widersprachen, und zugleich eine sprachliche Form bieten, die weniger anstößig erschien. Jüngst wurde nachgewiesen, dass Luther in der Auflage letzter Hand seiner Bibelübersetzung Korrekturen vorgenommen hat, die auf D. basieren (vgl. Katharina Tummuseit). Als die katholische Bibel fand D.s Übersetzung vor allem in Süd- und Westdeutschland weite Verbreitung (58 Auflagen bis 1738, zusätzlich 14 Auflagen des Neuen Testaments und 20 Auflagen des Psalters und anderer Teile des Alten Testaments).
In seiner letzten Schrift, dem „nach Inhalt, Form und Sprache vortreffliche[n] Catechismus“ (1537), enthielt sich D. zugunsten der positiven Unterweisung ganz der Polemik.
D., der zu den bedeutendsten katholischen Theologen der Reformationszeit gehörte, wurde in der Mainzer Dominikanerkirche (zerstört 1793) begraben.
1497 Eintritt in den Ffter Dominikanerkonvent. 1510/11 dessen Prior. Von 1511 bis 1515 Studium in Köln, Heidelberg und Mainz. 1514 Lektor im Ffter Heimatkonvent. 1514 Lizentiat und 1515 Doktor der Theologie an der Universität Mainz. 1516/17 erneut Prior in Ffm. Danach 1517 Regens in Trier. 1519/20 Prior in Koblenz. Von 1520 bis 1526 Prior in Ffm. Wegen der Zunftunruhen von 1525 abermals Wechsel nach Koblenz, wo er von 1527 bis 1529 als Prior amtierte. In Koblenz unterhielt D. rege Kontakte zum Trierer Erzbischof Richard von Greiffenklau (1467-1531) und dessen Nachfolger Johann von Metzenhausen (1492-1540), den er als theologischer Berater 1530 zum Reichstag nach Augsburg begleitete. Dort erstellte D. ein Gutachten über die Confessio Augustana und war Mitverfasser der Confutatio zur Widerlegung des Augsburger Bekenntnisses (3.8.1530). Rückkehr als Prior nach Koblenz, bis er 1532 zum Professor der Theologie an die Universität Mainz berufen wurde.
D. war neben seinem Freund Johannes Cochläus der eifrigste Gegner der Reformation in Ffm. Er verteidigte den alten Glauben in mehreren deutschen und lateinischen Schriften, die auf Veranlassung von Cochläus gedruckt wurden, u. a. „Fragstück an alle Christgläubigen“, das er nach der Selbstauflösung des Barfüßerkonvents 1530 dem Ffter Rat widmete, und „Phimostomus Scripturariorum“ („Maulkorb für Schriftlinge“, 1532).
D.s Hauptwerk ist eine vollständige Bibelübersetzung, die er als katholisches Gegenstück zur Übersetzung Luthers 1534 veröffentlichte. In enger Anlehnung an Luthers Fassung wollte er diejenigen Passagen berichtigen, die der katholischen Tradition widersprachen, und zugleich eine sprachliche Form bieten, die weniger anstößig erschien. Jüngst wurde nachgewiesen, dass Luther in der Auflage letzter Hand seiner Bibelübersetzung Korrekturen vorgenommen hat, die auf D. basieren (vgl. Katharina Tummuseit). Als die katholische Bibel fand D.s Übersetzung vor allem in Süd- und Westdeutschland weite Verbreitung (58 Auflagen bis 1738, zusätzlich 14 Auflagen des Neuen Testaments und 20 Auflagen des Psalters und anderer Teile des Alten Testaments).
In seiner letzten Schrift, dem „nach Inhalt, Form und Sprache vortreffliche[n] Catechismus“ (1537), enthielt sich D. zugunsten der positiven Unterweisung ganz der Polemik.
D., der zu den bedeutendsten katholischen Theologen der Reformationszeit gehörte, wurde in der Mainzer Dominikanerkirche (zerstört 1793) begraben.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 157f., verfasst von: Sabine Hock (überarbeitete Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon von Roman Fischer).
Lexika:
Siegfried in: ADB 5 (1877), S. 155f.
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Friedrich Wilhelm Bautz in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlex. 1 (1975, 2. Aufl. 1990), Sp. 1296.
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Winfried Trusen in: NDB 3 (1957), S. 667f.
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Richel, S. 112.
Literatur:
Tummuseit: Offenbarung d. Johannes (...) in den Übersetzungen von Luther, Emser, Zwingli, Dietenberger u. Eck 2009.
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Wedewer: Johannes Dietenberger 1888.
Quellen:
ISG, Dominikanerkloster: Bücher.
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ISG, Dominikanerkloster: Urkunden u. Akten.
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ISG, S2/10. 803.
Internet:
Rheinland-Pfälzische Personendatenbank, 31.5.2016.
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Wikipedia, 31.5.2016.
GND: 118671901 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine/Fischer, Roman: Dietenberger, Johannes. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2016.
Stand des Artikels: 3.6.2016
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 06.2016
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Juni 2016.