Derlam, Theodor. Oberbaurat. Architekt.
* 13.3.1886 Ffm., † 4.11.1970 Freiburg/Breisgau.
Sohn eines Bockenheimer Bauunternehmers.
Abitur an der Musterschule. Seit 1904 Studium an den Technischen Hochschulen in München, Darmstadt und Berlin. Von 1910 bis 1912 Regierungsbauführer am Hochbauamt Ffm. 1913 Regierungsbaumeister. Seit Oktober 1913 Anstellung beim Hochbauamt unter Stadtbaurat Gustav Schaumann in städtischen Diensten. 1923 wurde D. als Spezialgebiet die Sanierung, Auskernung und Modernisierung der Altstadt zugewiesen. Als „Baumeister der Altstadt“ arbeitete er eng mit dem „Altstadtvater“ Fried Lübbecke zusammen. Durch planvolle Auskernung entstanden u. a. der Kirschgarten, das Handwerkerhöfchen und die Schmidtstube. D. engagierte sich auch für die Wiederherstellung bedeutender historischer Bauten, vor allem für die Restaurierung des Karmeliterklosters mit Kirche, Refektorium und Kreuzgang (1922-43). Bei diesen Arbeiten wurden weitere Fresken von Jerg Ratgeb wiederentdeckt und freigelegt (u. a. im Refektorium und an der West- und der Nordwand des Kreuzgangs, 1936-38). Außer Wohnbauten errichtete D. das Goethe-Museum, wofür er im Goethejahr 1932 die viereckige Goetheplakette der Stadt Ffm. erhielt (die damals als Erinnerungsplakette für besondere Verdienste um das Jubiläum verliehen wurde), das Handwerkermuseum in der Alten Mehlwaage und das Buchdruckermuseum im Haus zum Alten Frosch. D. hatte die gesamte Altstadt mit 82 Verbindungsgängen untertunneln lassen, wodurch bei den Bombenangriffen 1944 Tausende von Menschen gerettet werden konnten. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs sah D. die Notwendigkeit moderner Bebauung, setzte sich aber dafür ein, dass die Tradition soweit als möglich respektiert werden sollte. Auch nach seiner Pensionierung 1951 war er als sachkundiger Berater beim Wiederaufbau historischer Bauten für die Stadt tätig. Sein Name ist u. a. verbunden mit dem Wiederaufbau des Römers, des Doms, des Goethehauses, des Saalhofs, der Nikolaikirche, der Leonhardskirche, des Dominikaner- und des Karmeliterklosters, der Katharinenkirche, der Liebfrauenkirche und des Nebbien’schen Gartenhauses. Ihm ist der Erhalt des Portals des Palais Thurn und Taxis vor dem Fernmeldehochhaus zu verdanken.
Über seine Arbeit berichtete D. in einigen Aufsätzen, und er gab u. a. das Buch „Das Ffter Rathaus. Seine Geschichte und sein Wiederaufbau“ (mit Hermann Meinert, 1952) heraus.
Abitur an der Musterschule. Seit 1904 Studium an den Technischen Hochschulen in München, Darmstadt und Berlin. Von 1910 bis 1912 Regierungsbauführer am Hochbauamt Ffm. 1913 Regierungsbaumeister. Seit Oktober 1913 Anstellung beim Hochbauamt unter Stadtbaurat Gustav Schaumann in städtischen Diensten. 1923 wurde D. als Spezialgebiet die Sanierung, Auskernung und Modernisierung der Altstadt zugewiesen. Als „Baumeister der Altstadt“ arbeitete er eng mit dem „Altstadtvater“ Fried Lübbecke zusammen. Durch planvolle Auskernung entstanden u. a. der Kirschgarten, das Handwerkerhöfchen und die Schmidtstube. D. engagierte sich auch für die Wiederherstellung bedeutender historischer Bauten, vor allem für die Restaurierung des Karmeliterklosters mit Kirche, Refektorium und Kreuzgang (1922-43). Bei diesen Arbeiten wurden weitere Fresken von Jerg Ratgeb wiederentdeckt und freigelegt (u. a. im Refektorium und an der West- und der Nordwand des Kreuzgangs, 1936-38). Außer Wohnbauten errichtete D. das Goethe-Museum, wofür er im Goethejahr 1932 die viereckige Goetheplakette der Stadt Ffm. erhielt (die damals als Erinnerungsplakette für besondere Verdienste um das Jubiläum verliehen wurde), das Handwerkermuseum in der Alten Mehlwaage und das Buchdruckermuseum im Haus zum Alten Frosch. D. hatte die gesamte Altstadt mit 82 Verbindungsgängen untertunneln lassen, wodurch bei den Bombenangriffen 1944 Tausende von Menschen gerettet werden konnten. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs sah D. die Notwendigkeit moderner Bebauung, setzte sich aber dafür ein, dass die Tradition soweit als möglich respektiert werden sollte. Auch nach seiner Pensionierung 1951 war er als sachkundiger Berater beim Wiederaufbau historischer Bauten für die Stadt tätig. Sein Name ist u. a. verbunden mit dem Wiederaufbau des Römers, des Doms, des Goethehauses, des Saalhofs, der Nikolaikirche, der Leonhardskirche, des Dominikaner- und des Karmeliterklosters, der Katharinenkirche, der Liebfrauenkirche und des Nebbien’schen Gartenhauses. Ihm ist der Erhalt des Portals des Palais Thurn und Taxis vor dem Fernmeldehochhaus zu verdanken.
Über seine Arbeit berichtete D. in einigen Aufsätzen, und er gab u. a. das Buch „Das Ffter Rathaus. Seine Geschichte und sein Wiederaufbau“ (mit Hermann Meinert, 1952) heraus.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 152, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Literatur:
C. Julius Reinsberg in: AFGK 75 (2016): Akteure des Neuen Fft., S. 98f.
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Derlam, Theodor: Ich war der letzte Baumeister Alt-Fft. s. In: FLS 1967, H. 1, S. 28-33.
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Hils-Brockhoff (Hg.): Karmeliterkloster 1999, S. 53-56.
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Müller-Raemisch: Stadtentwicklung u. Planungsgeschichte 1998, S. 164.
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Schomann: Malerviertel 2016, S. 272 (fälschlich unter Darlam).
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Seng: Freies Deutsches Hochstift 2009, S. 343f., 367.
Quellen:
ISG, S2/995.
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ISG, S3/1. 955 (Goetheplakette der Stadt Ffm.).
GND: 1125974699 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Derlam, Theodor. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2001.
Stand des Artikels: 30.10.1987