Cahn, Max Ludwig. Rechtsanwalt und Notar.
* 23.5.1889 Mainz, † 14.10.1967 Ffm.
Vater des Musikwissenschaftlers und Komponisten Peter C.
Aufgewachsen in Ffm. 1919 Zulassung als Rechtsanwalt beim Amtsgericht Ffm. Seit 1924 Notar. In der NS-Zeit wurde C. als „Nichtarier“ 1935 das Notariat entzogen, und 1938 wurde ihm die Anwaltspraxis geschlossen. Er wirkte jedoch weiterhin in Ffm. als einziger „Konsulent zur rechtlichen Beratung und Vertretung von Juden“. Führte in dieser Stellung zahlreiche schwierige Verhandlungen mit der Ffter Gestapo. 1942 kurze Haft im KZ Buchenwald. Kurz vor Kriegsende sollte C. erneut „abgeholt“ werden, doch setzten sich die Gerichtsbehörden für ihn ein. Sein Büro wurde geschlossen, und er tauchte in Kelkheim unter. Schon 1945 war C. wieder als Rechtsanwalt und Notar in Ffm. tätig. Verdient um den demokratischen Wiederaufbau des städtischen Gemeinwesens, insbesondere um die Wiederbelebung der Stiftungen.
Seit 1948 stellvertretender Vorsitzender der Ffter Rechtsanwaltskammer. Seit 1959 Präsident des Ehrengerichtshofs für Rechtsanwälte beim Oberlandesgericht Ffm. Seit 1948 Vorstandsmitglied, dann seit 1956 Mitglied und zeitweise (bis 1962) Vorsitzender im Gemeinderat der Jüdischen Gemeinde. Mitglied im Vorstand und im Kuratorium der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit seit deren Gründung 1948.
1959 Großes Bundesverdienstkreuz. 1964 Ehrenplakette der Stadt Ffm.
Aufgewachsen in Ffm. 1919 Zulassung als Rechtsanwalt beim Amtsgericht Ffm. Seit 1924 Notar. In der NS-Zeit wurde C. als „Nichtarier“ 1935 das Notariat entzogen, und 1938 wurde ihm die Anwaltspraxis geschlossen. Er wirkte jedoch weiterhin in Ffm. als einziger „Konsulent zur rechtlichen Beratung und Vertretung von Juden“. Führte in dieser Stellung zahlreiche schwierige Verhandlungen mit der Ffter Gestapo. 1942 kurze Haft im KZ Buchenwald. Kurz vor Kriegsende sollte C. erneut „abgeholt“ werden, doch setzten sich die Gerichtsbehörden für ihn ein. Sein Büro wurde geschlossen, und er tauchte in Kelkheim unter. Schon 1945 war C. wieder als Rechtsanwalt und Notar in Ffm. tätig. Verdient um den demokratischen Wiederaufbau des städtischen Gemeinwesens, insbesondere um die Wiederbelebung der Stiftungen.
Seit 1948 stellvertretender Vorsitzender der Ffter Rechtsanwaltskammer. Seit 1959 Präsident des Ehrengerichtshofs für Rechtsanwälte beim Oberlandesgericht Ffm. Seit 1948 Vorstandsmitglied, dann seit 1956 Mitglied und zeitweise (bis 1962) Vorsitzender im Gemeinderat der Jüdischen Gemeinde. Mitglied im Vorstand und im Kuratorium der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit seit deren Gründung 1948.
1959 Großes Bundesverdienstkreuz. 1964 Ehrenplakette der Stadt Ffm.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 127, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Literatur:
Peter Cahn: Tagebuchaufzeichnungen und Briefe von Max L. Cahn und Tilly Cahn aus den Jahren 1933-1945. In: AFGK 65 (1999), S. 182-221.
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Dölemeyer/Ladwig-Winters: Anwälte jüd. Herkunft 2004, S. 142.
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Heike Drummer in: Erinnerungsstätte an der Ffter Großmarkthalle 2016, S. 94-97.
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Krohn: Juden in Ffm. seit 1945, S. 320f.
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Leder/Schneider/Stengel: Ausgeplündert und verwaltet 2018, S. 267-270.
Quellen:
ISG, S2/2. 150.
GND: 122051181 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Cahn, Max L.. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1929.
Stand des Artikels: 1.9.1987