Wörner, Karl Gottlieb. Lehrer.
* 11.11.1899 Mannheim, † 6.4.1976 Runkel-Dehrn/Lahn.
Nach Lehrtätigkeit an den Blindenschulen Ilvesheim und Soest kam W. 1935 als Leiter der Blindenanstalt der Polytechnischen Gesellschaft nach Ffm. Diese Anstalt war damals zugleich Heim und Schule für die Blinden. Seit 1917 war ihr auch eine Fortbildungsschule angeschlossen, in der Bürokunde und Buchführung gelehrt wurden. Außerdem wurden die Blinden in verschiedenen Handwerken wie Bürsten- und Korbmachen ausgebildet und beschäftigt. Nach der Zerstörung des Anstaltsgebäudes in der Adlerflychtstraße 1944 fand W. im Schloss Dehrn bei Limburg eine geeignete Unterkunft für die Blinden und deren Werkstätten. In der Nachkriegszeit zählten die Ausbildung bzw. Rehabilitation der Kriegsblinden und der Wiederaufbau des Ffter Blindenheims zu den wichtigsten Aufgaben des Direktors. 1951 konnte das neue Blindenheim in Ffm. bezogen werden. W. setzte sich auch für den Bau moderner Wohnungen für Blinde und deren Angehörige ein. 1957 wurde die Blindensiedlung in der Stalburgstraße fertiggestellt. Neben der Gründung eines Blinden-Schach-Clubs schuf W. viele kulturelle und sportliche Einrichtungen für seine Schützlinge. 25 Jahre lang leitete W. zudem den durch den Rundfunk bekannt gewordenen Blindenchor. 1963 trat W. als Direktor der Blindenanstalt in den Ruhestand.
1963 Bundesverdienstkreuz am Bande.
1963 Bundesverdienstkreuz am Bande.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 572, verfasst von: Birgit Weyel.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Quellen:
ISG, S2/2. 446.
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ISG, S3/1. 725.
Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit: Wörner, Karl. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1764.
Stand des Artikels: 28.6.1995