Der Meisterschütze.
Winkelsee, Hans. Wilddieb.
Sagengestalt, die angeblich um 1550 in Ffm. lebte. Die Sage berichtet, dass W. wegen Wilddiebstahls bis zu seiner geplanten Hinrichtung in der obersten Kammer des Eschenheimer Turms eingekerkert gewesen sei. Als er am neunten Tag nach seinem letzten Wunsch befragt wurde, habe er angegeben, er wolle seine Meisterschaft als Schütze unter Beweis stellen, indem er einen Neuner in die Wetterfahne schieße. Denn diese habe ihn während seiner Haft neun Tage lang mit ihrem Flattern und Quietschen gequält. Der Rat der Stadt sei darauf eingegangen und habe ihm sogar die Freiheit versprochen, falls ihm sein Vorhaben gelingen sollte. Mit neun Schüssen habe W. darauf tatsächlich eine Neun in die kupferne Wetterfahne des Turms geschossen und sich so vor dem Tod durch den Strick bewahrt. Unzählige Male ist seitdem die Wetterfahne erneuert worden, zuletzt im Jahr 1992. Die neun Löcher wurden immer wieder als Erinnerung an die alte Sage in die Fahne eingestanzt. Einen Beleg dafür, dass W. tatsächlich gelebt und die Neun in die Wetterfahne geschossen hat, gibt es nicht.
Schriftlich festgehalten wurde die Sage von Hans W., dem Meisterschützen, erstmals von Ludwig Bechstein im Deutschen Sagenbuch (1853). In dem Gedicht „Der Wilddieb un die Wetterfahn” lieferte Friedrich Stoltze seine Version der alten Geschichte.
Schriftlich festgehalten wurde die Sage von Hans W., dem Meisterschützen, erstmals von Ludwig Bechstein im Deutschen Sagenbuch (1853). In dem Gedicht „Der Wilddieb un die Wetterfahn” lieferte Friedrich Stoltze seine Version der alten Geschichte.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 565, verfasst von: Birgit Weyel.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Quellen:
ISG, S2/11. 504.
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ISG, S3/15. 056 (Eschenheimer Turm: Wetterfahne).
Internet:
Wikipedia, 16.12.2021.
Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit: Winkelsee, Hans. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1750.
Stand des Artikels: 23.6.1995