Waldschmidt, Johann Martin. Bibliothekar.
* 14.11.1650 Ffm., † 19.8.1706 Ffm.
Sohn des in Ffm. wirkenden lutherischen Theologen, Predigers und Seelsorgers Bernhard W. (1608-1665).
1691 wurde W. zum ersten hauptamtlichen Stadtbibliothekar vereidigt. Seine überlieferte Dienstverpflichtung gibt eine genaue Vorstellung von den damaligen Aufgaben der Stadtbibliothek. Diese war erst 1668 durch die Vereinigung der Ratsbücherei und der Bibliothek des ehemaligen Barfüßerklosters entstanden sowie 1690 durch den Erwerb von rund 5.000 Bänden aus dem Nachlass von Johann Maximilian zum Jungen bedeutend erweitert worden. W. erstellte den ersten Katalog der im Barfüßerkloster untergebrachten Stadtbibliothek. Neben Büchern wurden hier auch Kunstwerke, darunter viele Bildnisse verdienter Ffter, und allerlei Kuriositäten gesammelt. W. selbst stiftete zahlreiche Sammlungsgegenstände, u. a. ein Bildnis, 62 Predigten und zwölf Schriften seines Vaters. Nebenamtlich war W. als Mitarbeiter des Stadtarchivs tätig. 1701 wurde ihm vom Rat der Stadt zusätzlich zu seinem Amt als Stadtbibliothekar die Leitung des Stadtarchivs übertragen.
Ölporträt (von Hermann Boss, um 1700) im HMF.
Sammlerraum für Johann Martin W. in der 2012 eröffneten Dauerausstellung „Ffter Sammler und Stifter“ des HMF.
W.straße am Zoo.
1691 wurde W. zum ersten hauptamtlichen Stadtbibliothekar vereidigt. Seine überlieferte Dienstverpflichtung gibt eine genaue Vorstellung von den damaligen Aufgaben der Stadtbibliothek. Diese war erst 1668 durch die Vereinigung der Ratsbücherei und der Bibliothek des ehemaligen Barfüßerklosters entstanden sowie 1690 durch den Erwerb von rund 5.000 Bänden aus dem Nachlass von Johann Maximilian zum Jungen bedeutend erweitert worden. W. erstellte den ersten Katalog der im Barfüßerkloster untergebrachten Stadtbibliothek. Neben Büchern wurden hier auch Kunstwerke, darunter viele Bildnisse verdienter Ffter, und allerlei Kuriositäten gesammelt. W. selbst stiftete zahlreiche Sammlungsgegenstände, u. a. ein Bildnis, 62 Predigten und zwölf Schriften seines Vaters. Nebenamtlich war W. als Mitarbeiter des Stadtarchivs tätig. 1701 wurde ihm vom Rat der Stadt zusätzlich zu seinem Amt als Stadtbibliothekar die Leitung des Stadtarchivs übertragen.
Ölporträt (von Hermann Boss, um 1700) im HMF.
Sammlerraum für Johann Martin W. in der 2012 eröffneten Dauerausstellung „Ffter Sammler und Stifter“ des HMF.
W.straße am Zoo.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 530, verfasst von: Birgit Weyel.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Literatur:
Ebrard: Stadtbibliothek 1896, S. 15-21.
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Berger, Frank: Merckwürdigkeiten. Der Stadtbibliothekar Johann Martin Waldschmidt (1650-1706) als Sammler und Kurator. In: Ffter Sammler u. Stifter 2012, S. 21-37.
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Jung, Rudolf: Die städtischen Sammlungen in reichs- und freistädtischer Zeit 1691-1866. In: FS Historisches Museum 1903, S. 1-26, hier S. 2-5.
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Jung: Stadtarchiv 1909, S. 275-284.
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Dumitrescu-Krampol, Ana: Zwischen Konformität und Individualität. Die Gelehrten- und Stifterporträts aus der Ffter Stadtbibliothek. In: Sander (Hg.): Die Welt im Bildnis 2020, S. 80-85, hier S. 81f.
Quellen:
ISG, S2/1. 189.
GND: 104264070X ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit: Waldschmidt, Johann Martin. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1666.
Stand des Artikels: 7.4.1995