Venedey, Jakob. Journalist. Publizist. Politiker.
* 24.5.1805 Köln, † 8.2.1871 (Badenweiler-)Oberweiler.
Sohn eines Advokaten und hohen Polizeibeamten.
Von 1824 bis 1827 Jurastudium in Bonn und Heidelberg. Burschenschafter. Wegen seiner Teilnahme am Hambacher Fest wurde V. 1832 aus Preußen ausgewiesen. Zwischen 1833 und 1848 hielt er sich in Frankreich und England auf. Korrespondent für mehrere Pariser Zeitungen und Herausgeber der Monatsschrift „Der Geächtete”. Im Februar 1848 Rückkehr nach Deutschland. In Ffm. Mitglied des Vorparlaments und Wahl in den Fünfzigerausschuss. Vom 18.5.1848 bis 30.5.1849 Mitglied der Deutschen Nationalversammlung als Abgeordneter des Wahlbezirks Hessen-Homburg. V. gehörte zunächst dem linken Zentrum (Württemberger Hof), später den davon abgespaltenen „Linken im Frack” (Westendhall) an. Seine demokratisch-republikanische Gesinnung äußerte er auch in der von ihm während der Nationalversammlung in Ffm. herausgegebenen Zeitschrift „Die Wage. Deutsche Reichstagsschau”; das Blatt zitierte bewusst den Titel der früher (1818-21) von Ludwig Börne in Ffm. herausgegebenen Zeitschrift. Jeder Ausgabe der „Wage” waren „Albumblätter aus der Paulskirche” beigegeben. Bei Auflösung der Nationalversammlung folgte V. dem Rumpfparlament nach Stuttgart. Nach einigen wechselvollen Jahren wirkte V. ab 1853 als Dozent für Geschichte in Zürich, ließ sich 1858 in Oberweiler nieder und war bis zu seinem Tod auf dem Gebiet der politischen Publizistik tätig. Im Dezember 1863 hielt er sich als Teilnehmer des Deutschen Abgeordnetentags nochmals kurz in Ffm. auf.
Von 1824 bis 1827 Jurastudium in Bonn und Heidelberg. Burschenschafter. Wegen seiner Teilnahme am Hambacher Fest wurde V. 1832 aus Preußen ausgewiesen. Zwischen 1833 und 1848 hielt er sich in Frankreich und England auf. Korrespondent für mehrere Pariser Zeitungen und Herausgeber der Monatsschrift „Der Geächtete”. Im Februar 1848 Rückkehr nach Deutschland. In Ffm. Mitglied des Vorparlaments und Wahl in den Fünfzigerausschuss. Vom 18.5.1848 bis 30.5.1849 Mitglied der Deutschen Nationalversammlung als Abgeordneter des Wahlbezirks Hessen-Homburg. V. gehörte zunächst dem linken Zentrum (Württemberger Hof), später den davon abgespaltenen „Linken im Frack” (Westendhall) an. Seine demokratisch-republikanische Gesinnung äußerte er auch in der von ihm während der Nationalversammlung in Ffm. herausgegebenen Zeitschrift „Die Wage. Deutsche Reichstagsschau”; das Blatt zitierte bewusst den Titel der früher (1818-21) von Ludwig Börne in Ffm. herausgegebenen Zeitschrift. Jeder Ausgabe der „Wage” waren „Albumblätter aus der Paulskirche” beigegeben. Bei Auflösung der Nationalversammlung folgte V. dem Rumpfparlament nach Stuttgart. Nach einigen wechselvollen Jahren wirkte V. ab 1853 als Dozent für Geschichte in Zürich, ließ sich 1858 in Oberweiler nieder und war bis zu seinem Tod auf dem Gebiet der politischen Publizistik tätig. Im Dezember 1863 hielt er sich als Teilnehmer des Deutschen Abgeordnetentags nochmals kurz in Ffm. auf.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 508f., verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Karl Wippermann in: ADB 39 (1895), S. 600-604.
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Koch: FNV, S. 408f.
Literatur:
Bublies-Godau, Birgit: Jakob Venedey – Henriette Obermüller-Venedey: Der Held des Parlaments und die Heckerin. In: Freitag (Hg.): Die Achtundvierziger 1998, S. 237-248.
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Jansen, Christian: Jakob Venedey (1805-1871) und Henriette Obermüller-Venedey (1817-1893). In: Steinmeier (Hg.): Wegbereiter d. dt. Demokratie 2021, S. 237-250.
Quellen:
ISG, S2/6. 624.
GND: 119059126 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Venedey, Jakob. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1590.
Stand des Artikels: 23.6.1995