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Neuerscheinungen vom 10. Juni 2023

Von Andreas Bombel , 15. April 2025

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

mit einem Artikel des Monats über einen Filmstar aus Frankfurt eröffnet das Frankfurter Personenlexikon die Sommersaison. Vor 120 Jahren wurde Camilla Horn in Bockenheim geboren. Wie die junge Frankfurterin zu Beginn der 1920er Jahre nach Berlin aufbrach und unversehens in eine internationale Filmkarriere startete, ist in dem neuen Beitrag im FP nachzulesen.

Artikel des Monats Juni 2023:
Vom Frankfurter Mädchen zur Femme fatale

Sie wurde als Gretchen zum Filmstar: Camilla Horn. Die gebürtige Frankfurterin absolvierte zunächst eine Schneiderlehre und ging dann, noch keine 20 Jahre alt, über Erfurt nach Berlin, um dort in ihrem Beruf zu arbeiten. Sie entwarf insbesondere Herren-Pyjamas; daneben nahm sie Tanzunterricht und verdiente sich als Komparsin beim Film etwas dazu. Eher zufällig wurde sie dabei von dem Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau für sein Stummfilmdrama „Faust – Eine deutsche Volkssage“ (1926) entdeckt. Darin brillierte sie – ohne jegliche Schauspielausbildung – als Gretchen. Bereits im folgenden Jahr gelang Camilla Horn der Sprung nach Hollywood. Mit der Einführung des Tonfilms jedoch entschloss sie sich 1930 zur Rückkehr nach Deutschland. Künftig drehte sie aber auch in London, Paris, Budapest und Marokko. Ihr Rollenbild wandelte sich in jenen Jahren vom unschuldigen Mädchen zur Femme fatale.
Nachdem sie in einem Konflikt mit dem NS-Staat 1935/36 von Reichspropagandaminister Goebbels rehabilitiert worden war, stellte Camilla Horn ihr schauspielerisches Wirken in den Dienst des nationalsozialistischen Regimes, etwa in Propagandafilmen wie „Panzerkreuzer Sebastopol“ (später „Weiße Sklaven“, 1936). Seit ihrem Bühnendebüt in Berlin 1939 baute sie sich zugleich eine Theaterkarriere auf, an die sie nach dem Zweiten Weltkrieg anknüpfte. In den frühen Nachkriegsjahren lebte sie eine Zeitlang wieder in ihrer Geburtsstadt Frankfurt. Von hier aus ging sie auf Gastspielreisen mit Bunten Abenden, die oft von Peter Frankenfeld moderiert wurden.
Ihre erfolgreiche Filmlaufbahn konnte Camilla Horn, die ihren Lebensmittelpunkt seit Beginn der 1950er Jahre in Oberbayern hatte, allerdings nicht fortsetzen. Zu einem letzten Kinoerfolg wurde 1988 der Film „Schloß Königswald“, in dem sie an der Seite von drei weiteren früheren Ufa-Stars – Carola Höhn, Marianne Hoppe und Marika Rökk – spielte. Camilla Horn starb 1996 in ihrer Wahlheimat Oberbayern. Momentan ist eine Übergabe ihres Nachlasses aus Privatbesitz an das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum in Frankfurt angedacht.
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Die im vorigen Monat begonnene Serie mit Artikeln über Personen aus dem Umfeld von Wilhelm Merton, die die entsprechende Ausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt begleitet, wird diesmal mit einem Beitrag über den Sozialwissenschaftler und -fürsorger Siegfried Kraus fortgesetzt, einen wichtigen, obwohl heute fast vergessenen Mitarbeiter der von Merton begründeten „Centrale für private Fürsorge“, in der Kraus ab 1907 zunächst im Bereich Kinderschutz tätig war. Sofort mit Beginn des Ersten Weltkriegs wandte sich Kraus der Kriegsfürsorge zu. Insbesondere baute er das städtische Fürsorgeamt für Kriegshinterbliebene auf, das er seit dessen Einrichtung 1916 leitete, in enger Zusammenarbeit mit seiner Frau Meta Kraus-Fessel, die in einem eigenen Artikel in diesem Monat vorgestellt wird.

Mit besonderer Freude kündige ich auch diesmal wieder einen neuen Sportartikel an. Er stellt den Frankfurter Leichtathleten, Tauzieher und Golfsportler Willy Dörr vor, der mit der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Zwischenspielen 1906 in Athen die Goldmedaille im Tauziehen gewann. Damit hat das FP erneut einen wichtigen Neuzugang zur Frankfurter Sportgeschichte zu verzeichnen, und weitere Beiträge auf diesem Gebiet, das auch im Frankfurter Personenlexikon nicht länger vernachlässigt werden soll, sind in Planung.

Die neuen Artikel im Frankfurter Personenlexikon bieten somit wieder eine interessante Lektüre, und wenn Sie alle Neuheiten ausgelesen haben sollten, sind Sie natürlich herzlich eingeladen, auch Artikel aus dem inzwischen recht ansehnlichen Bestand des FP wiederzuentdecken. Dafür böte sich diesmal z. B. der Artikel über Peter Kurzeck an. Der bedeutende Schriftsteller, der lange in Frankfurt wohnte und arbeitete, hätte am Erscheinungstag der Junilieferung seinen 80. Geburtstag gefeiert.

Sommerliche Grüße und allerbeste Wünsche
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Juli 2023.

Neue Artikel in diesem Monat:

Dörr, Willy
Horn, Camilla
Koch (auch: Koch-Gontard), Clotilde
Kraus, Siegfried
Kraus-Fessel, Meta
Lüring, Emil
Sachs-Fuld, Moritz
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Ein Projekt der Frankfurter Bürgerstiftung

Förderer: Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, Stiftung Niederländische Gemeinde Augsburger Confession

Kooperationspartner: Frankfurter Historische Kommission
Projektleitung: Sabine Hock
Herausgeber: Clemens Greve, Sabine Hock
Datenbankprogrammierung: Andreas Bombel
Gestaltung: Anja Müller-Ries

Bildnachweis für die Kopfleiste (v. l. n. r.): Hamman von Holzhausen (Hans Happ nach Conrad Faber von Creuznach/UB Ffm.), Arthur Schopenhauer (ISG), Friedrich Stoltze (ISG), Johann Wolfgang Goethe (Johann Heinrich Lips/FDH-FGM), Max Beckmann (ISG), Bertha Pappenheim (ISG), Eduard Rüppell (Pompeo Marchesi/Archiv der SGN als Dauerleihgabe im HMF/Foto: Sven Tränkner), Paul Ehrlich (ISG), Christian Egenolff (Johann Friedrich Schmidt nach dem Monogrammisten „M“/ISG), Karl der Große (Andreas Artur Hoferick nach Karl Eduard Wendelstadt/Foto: Wolfgang Faust), Franz Adickes (ISG), Liesel Christ (hr-Archiv/Foto: Kurt Bethke), Ernst May (ISG), Georg Philipp Telemann (Valentin Daniel Preisler nach Ludwig Michael Schneider/ISG).

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