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Stein, Philipp

Stein, Philipp Wilhelm Arthur. Prof. Dr. phil. Rechtsanwalt. Kommunalpolitiker. * 7.1.1870 Wiesbaden, † 5.2.1932 Berlin.
Besuch des Wöhler-Realgymnasiums in Ffm. Studium in Tübingen, Berlin und Leipzig. 1895 wurde S. von Wilhelm Merton als Gesellschafter des Instituts für Gemeinwohl eingesetzt, dessen Leitung er 1903 übernahm. In dieser Funktion unterstanden ihm die Gemeinnützige Rechtsauskunftsstelle für Arbeiterangelegenheiten, die „Centrale für private Fürsorge“, der Verein für Förderung des Arbeiterwohnungswesens und das Soziale Museum. Als Leiter des Instituts für Gemeinwohl war S. eng mit der Gründung der Universität befasst. Seit 1901 war S., der auch Vorstandsmitglied der 1902 gegründeten Gesellschaft für wirtschaftliche Ausbildung war, als Dozent für Sozialpolitik und Genossenschaftswesen an der neu errichteten Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften tätig, einer Vorläuferinstitution der 1914 gegründeten Ffter Universität. Seit 1919 Honorarprofessor. Mitglied im Großen Rat der Universität.
Von 1909 bis 1919 ehrenamtlicher Stadtrat, wobei er den stellvertretenden Vorsitz der Verwaltungskommission für die Arbeitsvermittlungsstelle und im Pflegamt des Allgemeinen Almosenkastens innehatte. Weiterhin war S. Mitglied in den Kommissionen für das Wohnungsamt, das Lebensmittelamt, die Arbeitslosenversicherung und die Grundbesitzverwaltung sowie zur Errichtung einer Medizinischen Fakultät.
Durch die enge Verbundenheit mit Merton, der ihn auch als Berater der Metallgesellschaft und der Metallbank schätzte, engagierte sich S. auf vielen Gebieten des Sozial- und Genossenschaftswesens. Nach der Auflösung des Sozialpolitischen Vereins (1903), dessen Mitglied er war, betätigte sich S. in anderen sozialen Vereinen in Ffm., u. a. als Mitglied mehrerer Mietervereinigungen und Baugenossenschaften. Gründungsmitglied des Ffter Konsumvereins und der Kohleeinkaufsgesellschaft. Geschäftsführer der Gesellschaft für Wohlfahrtseinrichtungen. Vorstandsmitglied der Gesellschaft für soziale Reform, des Rhein-Mainischen Verbands für Volksvorlesungen, des Instituts für Gewerbehygiene und des Vereins für Wohnungswesen. Mitglied des Freien Deutschen Hochstifts.
1925 verließ S. Ffm. und ging als Anwalt des Deutschen Genossenschaftsverbands nach Berlin. Seit 1929 Mitglied im Zentralausschuss der Reichsbank, des vorläufigen Reichswirtschaftsrats sowie des Genossenschaftlichen Beirats der Dresdner Bank. 1931 wurde S. von der Reichsregierung in den Ausschuss zur Vorbereitung der Bankenaufsicht berufen.
Zahlreiche Fachveröffentlichungen zu Wohnungswesen und -politik, Arbeiterfragen, Sozialpolitik und Genossenschaftswesen. Die meisten Beiträge sind erschienen in den „Gemeinnützigen Blättern für Hessen und Nassau“, den „Blättern für Genossenschaftswesen“ und in der von S. selbst herausgegebenen Zeitschrift „Deutsche Politik“.
Teilnachlass im ISG.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 423f., verfasst von: Fritz Koch.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Reichshdb. 1930/31, S. 1833.
Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. 2 Bde. Berlin 1930/31.
Literatur: Achinger: Wilhelm Merton 1965.
Achinger, Hans: Wilhelm Merton in seiner Zeit. Ffm. 1965.
| Hammerstein: JWGU I 1989, S. 35, 42.
Hammerstein, Notker: Die Johann Wolfgang Goethe-Universität Ffm. Von der Stiftungsuniversität zur staatlichen Hochschule. Bd. I: 1914 bis 1950. Neuwied/Ffm. 1989.
| Kluke: Stiftungsuniversität Ffm. 1972.
Kluke, Paul: Die Stiftungsuniversität Ffm. 1914-1932. Ffm. 1972.
Quellen: ISG, S2/645.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).

GND: 117657654 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Koch, Fritz: Stein, Philipp. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1318.


Stand des Artikels: 6.3.1995

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