Sontag (eigentl.: Sonntag), Henriette Gertrude Walburga, verh. Gräfin Rossi. Sängerin.
* 3.1.1806 Koblenz, † 17.6.1854 Mexico City (Mexiko).
S. stammte aus einer Koblenzer Schauspielerfamilie und begann schon als Kind ihre Bühnenlaufbahn.
Ab 1817 Gesangsausbildung am Prager Konservatorium. 1822 Engagement in Wien. 1825 künstlerischer Durchbruch bei einem Gastspiel in Leipzig. Als herausragender Koloratur-Sopran verdrängte sie bald die bis dahin in diesem Fach führende Italienerin Angelica Catalani. Zu internationaler Berühmtheit gelangt, trat S. in Paris, London, St. Petersburg und Amerika auf. Im November 1827 gastierte sie erstmals in Ffm., wo sie vor allem als Desdemona in Rossinis „Otello” brillierte. In einem Essay „Henriette S. in Ffm.” berichtete Ludwig Börne über ihre vier Vorstellungen. Während ihres Ffter Aufenthalts verliebte sich S. in den Oberkellner des Hotels „Zum römischen Kaiser”, Charles Keller, worüber ein erst 1958 aufgefundener Brief Aufschluss gibt. Die Liaison blieb jedoch ohne Folgen. 1829 heiratete S. heimlich den sardinischen Diplomaten Carlo Graf Rossi und zog sich ganz von der Bühne zurück, abgesehen von gelegentlichen Konzerten. Von 1835 bis 1838 lebte S. in Ffm., wohin ihr Mann als Bundestagsgesandter versetzt worden war. Von den Ffter „Bundestagsdamen” wenig angetan, verkehrte sie vornehmlich im Salon der ihr freundschaftlich verbundenen Baronin Rothschild. Im April 1838 gab S. in der Katharinenkirche ein Konzert. Die folgenden Jahre verbrachte sie im Ausland. Erst nachdem ihr Mann infolge der politischen Veränderungen von 1848/49 den diplomatischen Dienst quittieren musste, wandte sich S. wieder ihrer früheren Opernkarriere zu. Im Herbst 1851 trat sie als Armine in Bellinis „La sonnambula” erstmals wieder in Ffm. auf. Während ihres Ffter Gastspiels beteiligte sie sich auch an einem Wohltätigkeitskonzert zugunsten des Kinderkrankenhauses. Am 5.1.1852 gab S. ihr letztes Ffter Konzert. Wenige Jahre später starb die gefeierte Sängerin bei einem Gastspiel in Mexiko an Typhus.
Ab 1817 Gesangsausbildung am Prager Konservatorium. 1822 Engagement in Wien. 1825 künstlerischer Durchbruch bei einem Gastspiel in Leipzig. Als herausragender Koloratur-Sopran verdrängte sie bald die bis dahin in diesem Fach führende Italienerin Angelica Catalani. Zu internationaler Berühmtheit gelangt, trat S. in Paris, London, St. Petersburg und Amerika auf. Im November 1827 gastierte sie erstmals in Ffm., wo sie vor allem als Desdemona in Rossinis „Otello” brillierte. In einem Essay „Henriette S. in Ffm.” berichtete Ludwig Börne über ihre vier Vorstellungen. Während ihres Ffter Aufenthalts verliebte sich S. in den Oberkellner des Hotels „Zum römischen Kaiser”, Charles Keller, worüber ein erst 1958 aufgefundener Brief Aufschluss gibt. Die Liaison blieb jedoch ohne Folgen. 1829 heiratete S. heimlich den sardinischen Diplomaten Carlo Graf Rossi und zog sich ganz von der Bühne zurück, abgesehen von gelegentlichen Konzerten. Von 1835 bis 1838 lebte S. in Ffm., wohin ihr Mann als Bundestagsgesandter versetzt worden war. Von den Ffter „Bundestagsdamen” wenig angetan, verkehrte sie vornehmlich im Salon der ihr freundschaftlich verbundenen Baronin Rothschild. Im April 1838 gab S. in der Katharinenkirche ein Konzert. Die folgenden Jahre verbrachte sie im Ausland. Erst nachdem ihr Mann infolge der politischen Veränderungen von 1848/49 den diplomatischen Dienst quittieren musste, wandte sich S. wieder ihrer früheren Opernkarriere zu. Im Herbst 1851 trat sie als Armine in Bellinis „La sonnambula” erstmals wieder in Ffm. auf. Während ihres Ffter Gastspiels beteiligte sie sich auch an einem Wohltätigkeitskonzert zugunsten des Kinderkrankenhauses. Am 5.1.1852 gab S. ihr letztes Ffter Konzert. Wenige Jahre später starb die gefeierte Sängerin bei einem Gastspiel in Mexiko an Typhus.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 399f., verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Lexika:
Marion Brück in: NDB 24 (2010), S. 583-585.
Literatur:
Mohr: Musik 1976, S. 208-214.
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Stümcke: Henriette Sontag 1913.
Quellen:
ISG, S2/4. 282.
GND: 118797999 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Sontag, Henriette. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1264.
Stand des Artikels: 25.8.1995