Schneidewind (auch: Schneidewein), Benedikt. Glocken- und Geschützgießer.
▭ 29.4.1694 Ffm.
Der aus Nürnberg stammende Sch. wurde 1670 in das Ffter Bürgerrecht aufgenommen. Neben weiteren Glocken für Gemeinden der Umgebung goss er Glocken für die evangelische Kirche in Kalbach (1675; später im HMF, 1972 gestohlen), die Katharinenkirche in Ffm. (1679; zwei Glocken 1735 bzw. 1738 umgegossen, die dritte 1944 vom Turm gestürzt und seit 1945 verschollen), die Johanniskirche in Bornheim (1679; 1707 gesprungen) und die Barfüßerkirche in Ffm. (1685; eine Glocke, die „Barfüßerglocke”, seit 1987 wieder im Geläute der Paulskirche, zwei weitere im 18. Jahrhundert gesprungen und umgegossen). Gerühmt wurden auch die Geschütze, die er u. a. für den Rat der Stadt Ffm. fertigte.
Seine Werkstatt im städtischen Gießhaus übernahmen zunächst seine Söhne Johann(es) (1671-1747; seit 1729 Ratsherr) und (seit 1702) Andreas (1675-1749), die u. a. eine Glocke für das Heiliggeistspital (1723; seit 1841 in der Nikolaikirche, seit 1924 im HMF, 1972 gestohlen) lieferten. Die Familie Sch. betrieb das Gießhaus, zuletzt unter Johannes Sch. (1735-1800), noch bis 1798 (Jahr des letzten bekannten Glockengusses) bzw. 1800 (Todesjahr von Johannes Sch.). Eine der letzten Glocken aus ihrer Werkstatt war eine ges’-Glocke, die heutige Uhrglocke, für die Katharinenkirche (Umguss, 1792).
Seine Werkstatt im städtischen Gießhaus übernahmen zunächst seine Söhne Johann(es) (1671-1747; seit 1729 Ratsherr) und (seit 1702) Andreas (1675-1749), die u. a. eine Glocke für das Heiliggeistspital (1723; seit 1841 in der Nikolaikirche, seit 1924 im HMF, 1972 gestohlen) lieferten. Die Familie Sch. betrieb das Gießhaus, zuletzt unter Johannes Sch. (1735-1800), noch bis 1798 (Jahr des letzten bekannten Glockengusses) bzw. 1800 (Todesjahr von Johannes Sch.). Eine der letzten Glocken aus ihrer Werkstatt war eine ges’-Glocke, die heutige Uhrglocke, für die Katharinenkirche (Umguss, 1792).
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 320, verfasst von: Sabine Hock (redigierte Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon).
Lexika:
Gwinner, S. 493.
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Hüsgen: Artist. Magazin 1790, S. 237f.
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Zülch, S. 570.
Literatur:
Bund: Glockenbuch 1986, S. 198-217.
Quellen:
ISG, Ratssuppl. 1670, Bd. I (Gesuch um Aufnahme in die Bürgerschaft, 1670).
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ISG, Ratssuppl. 1685 (Gesuch um Genehmigung zur Errichtung eines Gießhauses, 1685).
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ISG, S2/179 (Familie Schneidewind).
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ISG, S3/6. 074 (Paulskirche: Glocken).
GND: 1192403762 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).
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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Schneidewind, Benedikt. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1113.
Stand des Artikels: 10.12.2015
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 12.2015
Monatslieferung: Neuerscheinungen vom 10. Dezember 2015.