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Schmid, Carlo

Goethepreisträger 1967.

Schmid, Karl, gen. Carlo. Prof. Dr. jur. Dr. h. c. mult. Politiker. Schriftsteller und Übersetzer. * 3.12.1896 Perpignan (Frankreich), † 11.12.1979 Bad Honnef bei Bonn.
Sch., eine der herausragenden Politikerpersönlichkeiten in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (u. a. 1948/49 Mitglied der Verfassungskonferenz von Herrenchiemsee und Vorsitzender des Hauptausschusses im Parlamentarischen Rat, somit also einer der „Väter” des Grundgesetzes, sowie 1949-72 Mitglied des Bundestags, und zwar 1949-66 und seit 1969 als dessen Erster Vizepräsident sowie 1966-69 als Bundesminister für Angelegenheiten des Bundesrats und der Länder), wirkte seit 1953 als ordentlicher Professor für politische Wissenschaften und zugleich (bis 1968) als Direktor des Instituts für Politikwissenschaft an der Ffter Universität. Insbesondere seine Samstagsvorlesungen zur Tagespolitik fanden bei Hörern aller Fachbereiche großes Interesse. 1967 wurde Sch., damals amtierender Bundesminister, der Goethepreis der Stadt Ffm. verliehen. In seiner Festrede „Goethe, der Staat und wir” sprach er über die Verantwortlichkeit des einzelnen, insbesondere aber der Gebildeten, im demokratischen Staat: „Entweder wir machen selber unseren Staat oder andere machen ihn nach ihren Vorstellungen und für ihre Zwecke. Wir, das heißt: wir alle zusammen.” Anlässlich der Preisverleihung am 28.8.1967 inszenierten „Provos” ein Happening vor der Paulskirche, bei dem sie u. a. Sch. als „Preisochse” beschimpften und ihn aufforderten, den Preis dem Vietcong zu stiften. Am 20.11.1967 veranstaltete der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) in Sch.s Vorlesung „Theorie und Praxis der Außenpolitik” das erste Go-in der Ffter Universitätsgeschichte, wobei Sch. zur Unterschrift eines Manifests gegen die Notstandsgesetzgebung und zu einer Diskussion darüber gebracht werden sollte. Er wehrte die Aktionen der ihn befremdenden Studentenbewegung schlagfertig und souverän ab. Nachdem er das Amt des Koordinators für die deutsch-französische Zusammenarbeit übernommen hatte, wurde Sch. am 20.10.1969 in Ffm. emeritiert.
Mitglied der SPD.
„Erinnerungen” (1979, 2. Aufl. 2008).
Zahlreiche weitere Auszeichnungen, u. a. Großes Bundesverdienstkreuz (1955), Ehrendoktorwürde der Sorbonne (1973) und Hanseatischer Goethepreis (1975).
Carlo-Sch.-Platz in Bockenheim.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 302f., verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Brockhaus 1966-74/81, Bd. 16 (1973), S. 758.
Brockhaus Enzyklopädie in 20 Bänden [und fünf Ergänzungsbänden]. 17., völlig neubearb. Aufl. des Großen Brockhaus. Wiesbaden 1966-74/81.
| Kürschner: Gel. 1980, S. 3420; 1983, S. 4847 (Nekr.).
Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. Hg. v. Joseph Kürschner u. a. Bio-bibliographisches Verzeichnis deutschsprachiger Wissenschaftler der Gegenwart. München 1927-2003.
Literatur: Ingeborg Maus in: Böhme (Hg.): Gelehrtenrepublik NF 2002, S. 301-313.
Böhme, Günther (Hg.): Die Ffter Gelehrtenrepublik. Neue Folge. Idstein 2002.
| Schmid: Erinnerungen 2008.
Schmid, Carlo: Erinnerungen. 2. Aufl. Stuttgart 2008.
| Wer ist wer? 1979, S. 1041.
Wer ist’s? [Titel ab 1935 auch: Degeners Wer ist’s? Mit wechselnden Unter- bzw. Übertiteln, u. a.: Unsere Zeitgenossen. / Zeitgenossenlexikon. / Who’s Who in Germany?] Gründungsherausgeber: Hermann A. L. Degener. 1.-10. Ausgabe. Leipzig u. a. 1905-35. Fortgesetzt u. d. T.: Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 11.-52. Ausgabe. Berlin u. a. 1951-2015/16.
Quellen: ISG, S2/2. 393.
ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).

GND: 118608606 ( Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek ).

© 2026 Frankfurter Bürgerstiftung und bei den Autorinnen und Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Schmid, Carlo. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1084.


Stand des Artikels: 16.6.1995

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