Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
können Sie sich noch an das 50-Pfennig-Stück erinnern? Die kleine, silberfarbene Münze, die über 50 Jahre lang – bis zur Einführung des Euro am 1. Januar 2002 – im Umlauf war, war wegen ihres Motivs der „Baumpflanzerin“ sehr beliebt. Lange wurde die knieende Frau mit dem Eichensetzling in den Händen für eine idealtypische Darstellung gehalten, zumal sie nahezu perfekt als Symbol für den Neuanfang in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg erschien. Und so war es 1987 eine echte Überraschung, als der Fernsehmoderator Frank Elstner in der Sendung „Menschen“ im ZDF das leibhaftige Vorbild vorstellte: Die Kunsterzieherin Gerda Jo Werner aus Oberursel war ihrem Mann einst Modell für die „Baumpflanzerin“ gewesen. Mit dem Fernsehauftritt begann für sie eine späte Medienkarriere als „die Frau vom 50-Pfennig-Stück“. Doch wer war der Mann hinter ihr?
Der aktuelle Artikel des Monats, der über Leben und Werk des Bildhauers und Münzgestalters Richard Martin Werner berichtet, erweist sich als eine typische Künstlerbiographie mit Brüchen des 20. Jahrhunderts, die aus heutiger Sicht kritisch zu lesen ist.